Adventgemeinde Lahr

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

„Meister, was muss ich Gutes tun, um ewiges Leben zu haben?“

„Meister, was muss ich Gutes tun, um ewiges Leben zu haben?“

   Diese Frage aus Matthäus 19,16 stellte der reiche Jüngling Jesus. Man kann nicht genau sagen, ob er ihm diese Frage stellte, weil er ernsthaft befürchtete Gottes Gebote noch nicht ausreichend beachtet zu haben und dadurch am ewigen Leben vorbeizutriften, oder ob es etwa das Bedürfnis der Selbstbestätigung war; was er für ein guter Christ sei? Wie dem auch sei – der junge Mann lebte in der Vorstellung, sich durch das sorgfältige Halten der göttlichen Gebote das ewige Leben verdienen zu können.

Jesus antwortete ihm tatsächlich in diesem Sinne: „Halte die Gebote“. Der Jüngling: „Welche?“ Jesus: „Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, kein falsch Zeugnis reden; ehre Vater und Mutter und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Mit dieser Antwort steuerte Jesus das eigentliche Problem des Jünglings an. Doch der schien es noch nicht erkannt zu haben, denn er wischte sie mit den Worten von Tisch: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch?“ Wenn er auch glaubte, durch das Halten der Gebote das ewige Leben sich verdienen zu können, merkte er doch intuitiv, dass das nicht alles gewesen sein kann.

   Jetzt kommt Jesus zu der wahren Antwort, die 

dessen Problem betraf: „Verkaufe alles was du hast und gib es den Armen“. Im Unterbewusstsein hat der Jüngling schon gewusst, dass seine Vorstellung über das Erlangen des ewigen Lebens fehlerhaft ist – man kann sich das ewige Leben nicht durch Werke verdienen. Doch diese Erkenntnis schien ihm zu ungeheuerlich, um ihr innerlich zustimmen zu können; sollte alles Bemühen umsonst gewesen sein?

   Müssen wirklich alle ihren ganzen Besitz verkaufen und den Armen geben, um das ewige Leben zu erlangen? Dann wären alle „Himmelskandidaten“ arm, und die ehemals Armen wären in die missliche Lage versetzt, das ewige Leben zu verlieren. – Wahrlich ein fragwürdiger Nächstendienst! – Christus nicht würdig!

   Nein, niemand kann sich den Himmel verdienen; nicht durch Gebote halten und auch nicht durch solche egoistischen ‚Liebesdienste’ am Nächsten! Aber studieren wir einmal was Jesus meinte, unter welchen Bedingungen wir das ewige Leben bekommen.

Was muss man denn tun, um nicht zu töten? Nichts! Um nicht Ehe zu brechen? Nichts! Um nicht zu stehlen? Nichts! Um nicht zu lügen? Nichts! Nicht einmal wenn du keine anderen Götter anbeten, oder nicht den Namen Gottes missbrauchen sollst, musst du etwas tun. Und ganz besonders wenn du aufgefordert wirst den Sabbattag zu heiligen, musst du nicht etwas tun! – Denn es heißt: „Da sollst du kein Werk tun...“ (2.Mose20,10).

Jesus sagte von sich: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ (Matth.5,17)

Jesus sagt hiermit aus, dass die Gebote weiterhin Gültigkeit haben (s.Matth.5,18f), aber er spricht nicht vom Gesetze halten, sondern vom Gesetz erfüllen. Worin liegt der Unterschied zwischen ‚Halten’ und ‚Erfüllen’? Die Antwort gibt Jesus in Matthäus 22 auf die Frage des Pharisäers nach dem vornehmsten Gebot : „»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Matth. 22, 36-40).    

     Jesus antwortet hier nicht mit solchen passiven Paragraphen wie ‚du sollst keine anderen Götter anbeten oder du sollst nicht töten...’ sondern er fordert hier auf zu lieben, aktiv zu werden: Gott und den Nächsten lieben! Wenn ich den Gott liebe, der mich geschaffen hat, werde ich mich fragen, wie kann ich ihm etwas Gutes tun? Und wenn ich Gott liebe, der mich geschaffen hat, werde ich auch meinen Nächsten lieben, den er auch geschaffen hat (Ehepartner, Nachbar, Arbeitskollegen, Gemeindemitglied) und aus Liebe zu Gott werde ich meinem Nächsten gerne helfen, wenn er Hilfe benötigt, und nicht ihn fahrlässig oder gar vorsätzlich schädigen, auch nicht nur passiv darauf achten dass ich ihn nicht anlüge oder bestehle (in Ruhe lasse). Es geht um die Beziehung zu Mitmenschen; wenn ich keine Beziehung zu Mitmenschen aufbaue und pflege, dann habe ich auch keine Beziehung zu Gott, der die Beziehung zu seinen Geschöpfen so sehr ersehnt, dass er seinen Sohn opferte, um die Trennung durch die Sünde überwinden zu können. Bin ich auch in solch einem passiven Glaubensleben eingebunden, wie der reiche Jüngling? Der wandte sich betrübt von Jesus ab, denn er hatte viele Güter; und die liebte er mehr als Gott und Mitmenschen.

Jesus ist auf diese Erde gekommen, um uns sterblichen Menschen das Wesen Gottes vorzuleben, das Liebe ist; und diese Charaktereigenschaft ‚Liebe’ liegt den göttlichen Geboten zugrunde. Wer seinen Schöpfergott von Herzen liebt, der kann seinen Nächsten nicht verleumden, übervorteilen, in Verruf bringen. Er wird ihm vielmehr helfen seine Fehler abzubauen und seinen Charakter zu veredeln.

   In Matth.25,40 wo der König Schafe und Böcke scheidet, drückt Jesus den Gedanken aus: „Wahrlich, ich sage euch (‚Schafen’): Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“; und zu den ‚Böcken’ sagt er: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir auch nicht getan“.

   Nun erkennen wir, dass wir uns das ewige Leben nicht durch Gutes-tun, durch Gesetze halten, verdienen können, aber dass wir durch Ignorieren des Gesetzes, welches die Liebe Gottes bezeugt, verlorengehen können.                                                                                                                                             

GB