Adventgemeinde Lahr

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

Die Macht des positiven Denkens

Kann von meinem Denken wirklich eine Macht ausgehen? Kein Mensch, auch kein EEG-Gerät, kann in meinen Kopf hineinschauen oder -hören und erfahren, was ich denke. Wie soll von meinem Denken eine Macht ausgehen, solange ich nicht sage, was ich denke? –  Eine mir bekannte Verkäuferin konnte von hinten erkennen, wer vorne den Laden betritt. Gelegentlich konnte sie sagen: „Oh, jetzt kommt die Schindmer (Schimpfwort) wieder!“ Dann ging sie vor und begrüßte sie recht freundlich; die Kundin hatte ja nicht gehört, was sie denkt! Doch einige Monate später war der Laden aufgelöst und an eine andere Branche weitergegeben worden.   

    Wissenschaftler experimentierten an einer betagten, gläubigen Frau, die im Sterben lag. Sie legten ihr die Elektroden eines Messgerätes an den Kopf und ein Mikrofon dazu. Das Messgerät misst die Gehirnaktivität von 500 negativ bis 500 positiv. Dann begaben sie sich in ein Nebenzimmer und beobachteten das weitere Geschehen. Der Frau war bewusst, dass sie in den letzten Atemzügen lag; und sie betete halblaut vor sich hin. Sie dankte Gott für seinen Beistand in ihrem Leben und lobte Gottes Güte. Die Wissenschaftler waren zu Tränen gerührt, so verblüfft und fasziniert, dass sie vergaßen auf das Messgerät zu achten Plötzlich gab es einen Ton von sich, als Zeichen, dass es den Höchstwert auf der positiven Seite erreicht hat, die Nadel schlug am Anschlag an. Die Wissenschaftler waren einfach sprachlos.

    Dann wiederholten sie das Experiment noch einmal an einem Menschen, der sehr aggressiv veranlagt war und ebenfalls im Sterben lag. Aber dieser Mann wehrte sich gegen das Sterben und verfluchte seine Situation. Bei diesem Mann erreichte das Messgerät 500 negativ.

     Aber diese Erkenntnisse sind eigentlich nicht neu. der Apostel Paulus schrieb an die Gemeinde zu Philippi: „Ihr Lieben, achtet auf das, was wahrhaftig, gerecht und lobenswert ist. Denket dem Guten nach. So werdet ihr Gottes Frieden empfangen.“ (nach Phil.4,8)

Warum ermahnte er sie? Fehlte ihnen der Friede? – Fehlt uns vielleicht auch der innere Friede?

     Was hört man über andere öfter, Lob oder Tadel? Was reizt mehr zu Widerspruch, konstruktive oder destruktive Kritik? Wofür verbrauchen wir mehr Worte wenn wir diskutieren, über positive oder negative Ereignisse? Die Bibel mahnt uns positiv zu denken; wer animiert uns dann negativ zu denken? In der Justiz gibt es einen Grundsatz, vom Angeklagten solange positiv zu denken, bis das Gegenteil bewiesen ist. Doch in unserem Alltag denkt man in der Regel solange negativ, bis das Positive bewiesen ist. –  Hier ein Beispiel in zwei Szenen:

      Szene 1: ‚A’ hat ‚B’ beleidigt. Was macht ‚B’? Er sagt es ‚C’, ‚C’ sagt es ‚D’ usw.  Was ist das Schlimme an dieser Szene, die Beleidigung? Ja, eindeutig! Aber noch schlimmer ist die Verbreitung des Negativen; und

 

mit jeder weiteren Verbreitung wird es noch immer schlimmer!  

     Szene 2: Wie würde die Szene ablaufen, wenn ‚B’ sich an ‚A’ wenden würde und ihm seine Empfindung mitteilen würde? Dann hätte ‚A’ die Chance, sich zu entschuldigen, oder ‚B’ müsste sich vielleicht eingestehen, dass ‚A’ gar nicht so Unrecht hatte. Daraus könnte unter Umständen sogar eine Freundschaft entstehen! Wie viele negative Szenen könnten auf diese Weise ins Positive umgekehrt werden! Wie viele Spannungen könnten abgebaut oder gar verhindert werden! Wie viel Herzen würden mit Frieden erfüllt werden!

     Ich kann nicht von anderen erwarten, dass sie ihre (negativen) Gewohnheiten ändern, aber ich kann sie ändern. Wenn mir jemand sagt: „Hast du schon gehört, was XY getan hat?“, dann antworte ich: „Oh, dann muss ich mal zu XY gehen...“ Nicht selten bekomme ich darauf hin die Abfuhr: „Nein, mach das ja nicht!“

 Dann kann ich die Botschaft immer noch als ‚Gerücht’ ablegen; niemand kann mich zwingen, sie zu verbreiten. Einmal kam ein Bekannter auf mich zu: „Du hast gewusst, dass der Sohn von zu Hause ausgebüchst ist, warum hast du uns nichts davon gesagt?“ Meine Antwort hat ihm zum Nachdenken gebracht: „Die Familie hat mich nicht dazu beauftragt.“

    Es reizt, Neuigkeiten zu verbreiten, Ja! Aber bevor ich es tue, sollte ich mich fragen, was bewirkt es. Ehrt oder verunehrt es die betreffende Person; fördert oder zerstört es Beziehungen.

     Außer den soeben beschriebenen äußeren Wirkungen hat mein Denken aber auch Wirkung auf mein Inneres. Denn was zu meinem Munde ausgeht, offenbart, was in meinem Kopf ist, sei es Positives oder Negatives. Negatives Denken produziert nicht nur negative Worte und positives Denken nicht nur positive Worte, die auf andere eine Wirkung ausüben, sondern meine Denkweise wirkt auch auf mein eigenes Gemüt! Hier folgen zwei Beispiele:

     Ich sehe zufällig Nachbars Kind auf meinem Blumenbeet herumtrampeln. Meine Reaktion offenbart mein Denken. Schreie ich es an, oder gehe ich rasch zu ihm und sage freundlich: „Komm schnell hier runter, die Blumen leiden darunter wenn du sie zertrittst.“

    Welche Empfindungen hat das Kind, wenn ich es anschreie? Welche, wenn ich es freundlich zurechtweise? Das ist die äußere Wirkung auf andere – aber was geht in meinem Innersten vor sich, wenn ich Nachbars Kind anschreie? Ich habe meinem Impuls freien Lauf gelassen; ich bin empört, voller Aggression – infolge negativen Denkens! Meine Emotion stimuliert die Hormonproduktion und die Hormonproduktion (Adrenalin und Co.) beeinflusst meine Stimmung; ich bin verstimmt. Dieser biochemische Mechanismus des Organismus schwächt mein Immunsystem, beeinträchtigt mein Wohlbefinden und macht anfälliger für Gesundheitsstörungen.

     Was aber geht in meinem Innersten vor sich, wenn ich das Kind freundlich zurechtweise? Als erstes muss ich meine Emotion zügeln, mich im positiven Denken üben: „Ach das arme Kind weiß gar nicht, was es jetzt tut.“ Ich gehe zu ihm, nehme es bei der Hand oder hebe es vom Beet und sage freundlich: „Schau einmal, wie die arme Blume jetzt am Boden liegt.“  Das Kind erkennt von selbst, dass es etwas verkehrt gemacht hat, es ist traurig über die niedergetrampelte Blume, es hat etwas dazugelernt. Das schafft in mir eine Befriedigung; Mein Organismus produziert sog. ‚Glückshormone’; das hebt das Immunsystem. Und statt niedergedrückt und verärgert bin ich beglückt.

     Beispiel zwei. Drei Personen ‚A’ ‚B’ und ‚C’ treffen die Vereinbarung, morgen eine größere Arbeit gemeinsam freiwillig abzuleisten. ‚A’ erscheint nicht, ‚B’ ruft bei ihm an ‚A’ antwortet: „Ich habe es mir anders überlegt, das ist mir zu stressig.“ ‚B’ ist verärgert, teilt ‚C’ seine Verärgerung mit und verschwindet. ‚C’ wird nachdenklich: was soll ich jetzt machen? Er entschließt sich, die Arbeit auszuführen und ist am Ende selbst überrascht, dass er es fertig bekommen hat. – Wieso konnte einer die Arbeit für drei bewältigen? Weil seine positive Denkart ihm Kraft gegeben hat, mehr, als ihm normal zur Verfügung stehen würde! Und obwohl er mehr geleistet hat, ist er weniger erschöpft!

    Fazit von der Geschichte: Mein Herzensfrieden ist weitgehend auch von meinem Denken abhängig. Aus dem Denken entstehen Taten; Taten, wiederholt ausgeführt, bilden Gewohnheiten; Gewohnheiten prägen den Charakter und Charaktere formen die Gesellschaft. Mit anderen Worten: Gesellschaft ist ursächlich abhängig von dem Denken der Menschen die sie bilden.