Adventgemeinde Lahr

„Darüber spricht man doch nicht“ – Welttoilettentag 2019

Verfolgten Christen eine Stimme geben

Aufruf zum Gebet für Adventisten in Burundi

20 Jahre idea Schweiz - «Das grenzt an ein Medienwunder»

Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

8. Media Day - Netzwerkevent für adventistische Medienschaffende

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

SEA bedauert das Ja der Reformierten zur Öffnung der Ehe für alle

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet «Ehe für alle»

Deutsches Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Wachsender Widerstand gegen reformierte „Trauung für alle“

ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Gebetswoche 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten

Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich

Deutschland: Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

«Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»

Ausstellung «Bibelobjekte» in der Peterskirche Basel

Gewalt gegen Christen verdient mehr Aufmerksamkeit

Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Adventisten ehren Hannele Ottschofski als «Frau des Jahres 2019»

Deutschland: Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Deutschland: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule Friedensau

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Brasilien: 36 adventistische Schulen wollen 30.000 Bäume pflanzen

Adventisten in Deutschland entsetzt über Terrorangriff in Halle

Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

50 Jahre Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Waffen gegen Gewalt

Adventistische US-Universität bei ersten 10 Prozent bezüglich Vielfalt

Leiter des Hilfswerks ADRA International ist zurückgetreten

Deutschland: 120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Buchrezension: «Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart»

ADRA Schweiz Jahresbericht 2018 – 4,9 Mio. Franken Gesamtertrag

Deutschland: Arena beim Zeltplatz Friedensau eröffnet

USCIRF-Erklärung zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi

«Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation»

Mattia Benini, neuer Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD

Kinder helfen Kindern! – ADRA Weihnachtsaktion 2019 gestartet

Konvertiten in Deutschland - Pfingstgemeinden nehmen Stellung

Sucht im Alter – vom Umgang mit einem Tabuthema

„Aktion Kinder helfen Kindern!“ deutschlandweit am Weltkindertag eröffnet

Regierungsrätin Fehr: „Was die Gesellschaft an den Kirchen hat“

Deutschland: Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Rekurs gegen das Genfer Laizitätsgesetz eingereicht

Medienzentrum feiert 10 Jahre Fernsehen im Zeichen der Hoffnung

Buchrezension: Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation

Zürich: Grossmünsterpfarrer referiert bei Adventisten über Zwingli

Greifswald: Nach Brandanschlag weihen Adventisten neue Kirche ein

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagte in Augsburg

Nachdenken über Sinn und Ziel von Karriere und Leben

US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachungsstaat in China

Evangelische im Libanon distanzieren sich von «zionistischen Christen»

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Bettagsbegegnung thematisiert Frieden, Versöhnung und Solidarität

Adventisten im Beobachterstatus des «VFG – Freikirchen Schweiz»

ADRA: Keine Beteiligung an politischer Demo in Rohingya-Lager

Richtfest für Anbau am adventistischen Seniorenheim in Bad Aibling

EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

100 Jahre «VFG - Freikirchen Schweiz» und 500 Jahre Freikirchen

Adventisten feiern 100 Jahre Engagement in Ruanda

Deutschland: Adventistische Hochschule beteiligt sich an Interkultureller Woche

Präsident von Ruanda eröffnet adventistische medizinische Fakultät

„Salz der Erde“ - 10. Ökumenischer Tag der Schöpfung

Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

«Briefmarken und das Münster sind beides Wertzeichen»

Politisches Engagement der anderen Art

Bahamas: ADRA und die adventistische Kirche helfen den Opfern

Berner EVP fordert italienisches Kirchensteuermodell für Unternehmen

„Aufbruch Ökumene“

Theologisches Seminar St. Chrischona startet Studienjahr mit 50 Neuen

Rat des Kirchenbundes unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative

Weltkirchenleitung der Adventisten klärt Haltung zur Abtreibung

Rat des Kirchenbundes befürwortet Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland: «Frieden wieder in Gefahr»

Buchrezension: «Geht der Kirche der Glaube aus?»

Internationale Altaistik-Konferenz in adventistischer Hochschule

Pfadfinder-Camporee der Rekorde in OshKosh/USA

Spiel & Spass beim Sommerfest im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

«Unendlich wertvoll» - ADRA Freiwilligenwochen 2019 in Gempenach

Muslimin zur Generalsekretärin von «Religions for Peace» gewählt

Adventisten: Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt

EVP Schweiz lanciert Charta der Religionsgemeinschaften

10. Weltkonferenz „Religions for Peace“ – für gemeinsame Zukunft

UN-Gedenktag für Opfer religiöser oder weltanschaulicher Gewalt

„Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt“

Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

«Zehntenhäuser» für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Adventistische Medien kooperieren bei crossmedialem Projekt

Deutschland: Spendenbereitschaft der Adventisten weiterhin hoch

Weltweite Evangelische Allianz ruft 2020 zum globalen Jahr der Bibel aus

Katastrophenvorsorge: Pfadis füllen 5.000 Behälter mit Utensilien

Papua-Neuguinea: Schutzhaus gegen häusliche Gewalt eröffnet

Adventisten: Fünf grosse, internationale Pfadfindertreffen im 2019

ADRA Kanada unterstützt durch Waldbrände Vertriebene

Taiwan: Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

USA: Massenerschiessungen – Adventisten stellen Care Teams

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

ADRA bei Seenotrettung vor libyscher Küste mit im Boot

4.000 adventistische Pfadis am Camporee in England

USA: Adventistische Loma Linda Universitätsklinik ausgezeichnet

Drei adventistische Familien nach Bränden in Sizilien obdachlos

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

Mitten im Ebola-Gebiet gibt ADRA unterernährten Kinder zu essen

Kirchen trauern und reagieren auf die Gewalt in den USA

Südasien: ADRA unterstützt vom Monsun Betroffene

Guatemala: Adventisten verteilen Bettwäsche an Krankenhäuser

Deutschland: 100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Adventisten

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Adventisten: Grussworte an Präsidenten von EU-Kommission und Parlament

Jamaika: Technologieministerin spricht auf Internetkonferenz der Adventisten

Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

Portugal: 2.500 adventistische Pfadis aus Europa am Camporee

ADRA-Präsident: «Armut ist oft ein Vorläufer religiöser Verfolgung»

ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Adventistischer Psychiater äussert sich zu Fanatismus

Britische Jungferninseln: Adventisten pflanzen Kokospalmen

Kolumbiens Präsident bestätigt die Gewährung der Religionsfreiheit

Deutschschweizer Adventisten mit neuer Leiterin der Frauenabteilung

„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

Die Wimbledon-Sieger 2019 sind aktive orthodoxe Christen

Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

ADRA Kolumbien hilft venezolanischen Migranten

USA: 3. Adventistischer Weltkongress zu Gesundheit und Lebensstil

Andi Bachmann-Roth wird neuer SEA Co-Generalsekretär

Jede fünfte Kirche in den Niederlanden ist kein Gotteshaus mehr

USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

USA: Therezinha Barbalho, adventistische Pastorin, wurde ordiniert

Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Uganda: ADRA schult und baut 3.200 energiesparende Lehmöfen

Adventisten diskutieren weltweit über "Christsein und sozialer Dienst"

10 Prozent mehr Armut: Schweiz braucht verbindliche Armutspolitik

Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

ADRA Deutschland erweitert Einsatz im Jemen auf über 6 Mio. Euro

Deutschland: Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder eine katholische Schule

Mehr Scheidungen im Jahr 2018 in der Schweiz

Leitungswechsel bei der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen

Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

CSI fordert Bundesrat auf, das Ausmass der religiösen Verfolgung in Saudi-Arabien zu untersuchen

Adventisten in Mexiko: neue Fahrzeuge für medizinische Einsätze

YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) sendet 37 Absolventen aus

Evangelischer Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Europäische Tagung adventistischer Pastorinnen

«Ehe für alle» widerspricht dem Kindeswohl

Buchrezension: «Nicht mehr schweigen»

Über den Frauenstreik hinaus: «Lohn. Zeit. Respekt.»

London: Friedensmarsch der Adventisten gegen Waffenkriminalität

Deutschland: IGFM fordert Abschiebung christlicher Konvertiten in den Iran auszusetzen

Adventisten in der Romandie und im Tessin wählen neue Kirchenleitung

Pfingsten 1989: 30 Jahre Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel

Nicolas Walther verlässt die Clinique La Lignière

Russland: Adventisten führen Kongress für Arbeit mit Gehörlosen durch

Papua-Neuguinea: Siebenten-Tags-Adventist zum Premierminister gewählt

„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

«Glauben und Lehren» - 2. Bildungskongress der Adventisten

Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

3. Adventistischer Gesundheitskongress: «Leben in Fülle»

ADRA Deutschland eröffnet auch in Diepholz einen ADRAshop

Verein «Christian Public Affairs» gegründet

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft, tritt zurück

„Einsatz leben“: neue Serie auf Hope Channel TV

Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Deutschland auf Wachstumskurs

Buchrezension: «Jesus war kein Europäer»

Flüchtlingssabbat und -sonntag: Flüchtlingen ein Gesicht geben

ADRA: Kleine Spenden für Katastrophenhilfe mit grosser Wirkung

KIM-Studie: Jedes dritte Kind in Deutschland nutzt täglich WhatsApp

Deutschland: 30 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Adventisten beim Präventionskongress in Berlin

Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Schaffhauser Bibelgesellschaft wird Teil der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Adventisten und Katholiken kritisieren US-Antidiskriminierungsgesetz

Ignazio Cassis zu Nahostkonflikt: Gewalt ist Nonsens

Siebenten-Tags-Adventist im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet

Menschenrechtsorganisation kritisiert unterlassene Hilfe für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Deutsche Bibelgesellschaft nimmt "Bibelmobil e.V." als Mitglied auf

Religionswissenschaftler vermittelt Grundwissen zur Sikh-Religion

Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt

Asia Bibi, pakistanische Christin, konnte das Land verlassen und ist in Kanada angekommen

Zweiter Weltgipfel „Religion, Frieden und Sicherheit“

Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“ der Deutschen Evangelischen Allianz konstituiert

Adventisten in Nordrhein-Westfalen bestätigen Freikirchenleitung

Erneut weltweit über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Symposium zu Kinderrechten, Religionsmündigkeit, Religionsfreiheit

Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen tagt im Kloster Kappel

Christen vereint im Gebet für den Frieden - «30 Tage Gebet für die islamische Welt»

EKD-Friedensbeauftragter: Ökumenische Versammlung von 1989 immer noch aktuell

Inselstaat Tonga: Parade von Adventisten stoppt den Verkehr

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

News der Freikirche

[17.03.2016] Freikirchen in Europa und reformatorische Identität

Freikirchen in Europa und reformatorische Identität

Wittenberg/Deutschland, 17.03.2016 / APD

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© Logo: Verein für Freikirchenforschung

Mit dem Thema „Reformatorische Identität im europäischen Freikirchentum“ befasste sich die Frühjahrstagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) am 12. und 13. März in der Lutherstadt Wittenberg. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Evangelischen Wittenberg-Stiftung in der früheren kursächsischen Landesuniversität Leucorea statt, an der auch der Reformator Martin Luther und sein engster Vertrauter Philipp Melanchthon lehrten.

Der Vorsitzende des VFF, Dr. Christoph Raedel, ein evangelisch-methodistischer Theologe, der an der Freien Theologischen Hochschule Giessen (FTH) als Professor für Systematische Theologie lehrt, betonte in der Einführung zur Tagung, dass die Freikirchen in Deutschland sich im Namen oder im Selbstverständnis nahezu ausnahmslos als „evangelisch“ bezeichneten. Geschichtlich gesehen habe diese Identität vor allem im Gegenüber zu den Landeskirchen gestanden. Es sollte ausgedrückt werden: „Wir sind zwar keine evangelischen Landeskirchen, aber wir sind auch gut evangelisch.“ Dennoch stellten sich zum Attribut „evangelisch“ im Blick auf die Freikirchen einige Fragen: Wie verhalten sich reformatorisches Erbe und erweckliche Prägung zueinander? Wie greifen Theologie, Frömmigkeit und Kultur in der Ausbildung freikirchlicher Identität ineinander? Und welchen Beitrag können Freikirchen mit ihrem Verständnis von „evangelisch“ leisten? Mit diesen Fragen befassten sich auch die Referenten.

Den Dissentern in Grossbritannien war die Reformation nicht radikal genugDr. David Bebbington, ein Baptist, Professor für Geschichte an der schottischen Universität Stirling nordwestlich von Edinburgh, sprach über „Reformation und rivalisierende Identitäten im britischen Dissent“. Die Dissenter („Widersprechenden“ oder „Abweichler“) waren in Grossbritannien Protestanten, die ausserhalb der Church of England und der Church of Scotland ihre Gottesdienste feierten. Während die etablierten Kirchen vom Königshaus und vom Parlament unterstützt wurden, lehnten die Dissenter eine staatlich begünstigte Religion ab.

Im 17. Jahrhundert gab es von ihnen drei Gruppen. Die Presbyterianer lehnten eine bischöfliche Verfassung ab, hielten jedoch an einer gegenüber den örtlichen Gemeinden höhergestellte Führung durch Kirchengremien fest. Die Independents („Unabhängigen“) oder auch Kongregationalisten genannt, kämpften für die Unabhängigkeit zwischen allen örtlichen Kirchengemeinden, damit sie die Vollmacht besassen, ihre eigenen Angelegenheiten selbst regeln zu können. Die letzte dieser drei Gruppen waren die Baptisten, die in ihrer Organisationsform mit den Independents fast identisch waren, jedoch nur die Taufe von Gläubigen praktizierten. Eine vierte Gruppe, die Society of Friends („Religiöse Gesellschaft der Freunde“), existierte zwar auch ausserhalb der Church of England, wurde jedoch von den anderen drei Gruppen für gewöhnlich als häretisch verworfen. Im 18. Jahrhundert entstand innerhalb der Church of England mit dem Methodismus eine weitere Bewegung, die sich jedoch gegen Ende des Jahrhunderts grösstenteils aus der nationalen Kirche hinausbewegte.

Laut David Bebbington stand bei den Dissentern in Grossbritannien die Reformation in wechselndem Ansehen. Sie verdankten ihre Existenz zwar der Reformation, blickten jedoch nur mit grosser Reserviertheit auf sie die zurück. Die kontinentale Reformation war für die meisten von ihnen nicht radikal genug, und die englische Reformation war von Staatswegen her durchgesetzt worden. Vom 18. Jahrhundert an war es vor allem die Erweckung, die ihr Gemeinschaftsleben prägte, sodass die Reformation nur gelegentlich und in begrenzter Weise ihre Identität prägte.

Auch die Freikirchen berufen sich auf die ReformationRainer W. Burkart, Pastor der Mennonitengemeinde in Enkenbach östlich von Kaiserslautern, hatte das Thema „Den Weg der Versöhnung gehen. Die Überwindung früherer Konflikte in den Dokumenten der bilateralen Konsensökumene“. Er wies darauf hin, dass es durchaus Dialoge zwischen den evangelischen Kirchen und den Freikirchen, wie Baptisten, Methodisten, Mennoniten, Adventisten und Pfingstlern, gebe. Auch untereinander führten die Freikirchen bilaterale Gespräche, etwa Mennoniten und Baptisten oder Adventisten und Mennoniten.

Burkart stellte fest, dass besonders die Mennoniten auf der südlichen Halbkugel der Erde immer mehr Interesse an ihren täuferischen Wurzeln hätten, die bis in die Reformationszeit reichten. Der Pastor befasste sich in seinem Referat mit den Dialogen, welche die Mennoniten mit Vertretern reformierter und lutherischer Kirchen führten. Er erinnerte an die massenhafte Vertreibung, Verfolgung und Inhaftierung von Täufern und Täuferinnen in der Kirchengeschichte. Schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Exekutionen von Taufgesinnten liessen sich in Europa anhand der Quellen nachweisen.

Schuldbekenntnis der evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich gegenüber TäufernAm 26. Juni 2004 verlasen Vertreter der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich anlässlich des 500. Geburtstages des Schweizer Reformators Heinrich Bullinger ein Schuldbekenntnis zum Verhältnis der reformierten Kirchen zu den Kirchen der täuferischen Tradition in einem Gottesdienst im Grossmünster in Zürich. Damit wurde ein seit den 1980er Jahren geführter Dialogprozess feierlich abgeschlossen. Interessant sei, so Burkart, dass gerade Jubiläen den Auftakt zu derartigen intensiv geführten Dialogen über die konfliktreiche Geschichte der beteiligten Kirchen bildeten.

Eine peinliche EinladungAls 1980 die deutschen Lutheraner den 450. Jahrestag der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis) feierten, seien dazu auch die Mennoniten aufgrund ihrer festen Verankerung in der Ökumene eingeladen worden. Doch die Mennoniten hätten das „Hauptbekenntnis“ der lutherischen Konfessionsfamilie nur unter Vorbehalt mitfeiern können, da in dieser Urkunde die Verwerfung der Täufer einschliesslich ihrer ewigen Verdammnis festgeschrieben sei. Burkart: „Wir hätten unsere eigene Verdammung feiern sollen.“

Aufgrund der „peinlichen“ Situation des Jubiläums von 1980 entstanden in Deutschland, aber auch in Frankreich, Dialoginitiativen, die immer weitere Kreise zogen. Während der 11. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) am 22. Juli 2010 in Stuttgart baten die Lutheraner die Mennoniten um Vergebung für das den Täufern zugefügte Unrecht. Die Vertreter der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) nahmen die Versöhnungsbitte an. Eine internationale Studienkommission arbeite angesichts des bevorstehenden Reformationsjubiläums von 2017 weiter an der Konfliktgeschichte des 16. Jahrhunderts, um die „Heilung der Vergangenheit“ zu ermöglichen, so Burkart.

Ein Platz im SchattenEr merkte jedoch kritisch an, dass das Täufertum trotz aller Beteuerungen des lutherisch-mennonitischen Versöhnungsprozesses auf Weltebene in den bisherigen Veröffentlichungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Reformationsjubiläum weitgehend unberücksichtigt geblieben sei. Sofern die Täufer erwähnt würden, werde ihnen eine Sonderstellung eingeräumt, so dass sie nicht wirklich zur Reformation dazu gehörten. Sie fänden daher keinen angemessenen Platz in den Jubiläumsfeierlichkeiten. Es stelle sich deshalb laut Burkart die Frage der Deutungshoheit: Wer definiert die Begriffe Reformation und evangelisch? Für den „linken“ Flügel der Reformation, nämlich die Täufer, bleibe wohl auch zum 500. Geburtstag wieder nur ein Platz im Schatten.

Begegnung auf AugenhöheDr. Heike Miller, Pastorin der ghanaischen Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Frankfurt am Main, befasste sich mit der „Reformatorischen Identität in methodistischen Migrantengemeinden“. Sie geht davon aus, dass die Grundlagen der Reformation „solus Christus“ (allein Christus), „sola gratia“ (allein aus Gnade), „sola fide“ (allein aus Glauben) und „sola scriptura“ (allein die Heilige Schrift) auch heute besonders in Migrantengemeinden gelebt werden könnten. Migranten bräuchten sich daher nicht ständig für das entschuldigen, was sie aufgrund ihrer Kultur anders machten. Da sie von der Gnade lebten, könnten sie selbstbewusst Verantwortung übernehmen. Dazu gehöre auch, das Evangelium in der eigenen Sprache zu studieren und weiterzugeben. Wer nicht lesen könne, dem müsse entsprechend geholfen werden. Den Glauben gelte es nicht nur allgemeinverständlich zu verkündigen, sondern auch durch die eigene Lebensweise zu bezeugen.

Auch Migranten stünden in der Gefahr, „sich selbst zu genügen“, so Pastorin Miller. Sie müssten sich daher immer wieder die Frage stellen, ob sie eine Kirche oder lediglich einen kulturellen Club bildeten. Reformation bedeute zudem die ständige Erneuerung der Kirche. Dazu gehöre die „Begegnung auf Augenhöhe“, sowohl mit einheimischen Christen, wie auch mit Migranten aus anderen Kulturen. Es bestehe die Tendenz, dass die neu nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge von denen, die schon länger in der Bundesrepublik leben, abgelehnt würden: „Die nehmen uns nur die Aufmerksamkeit und die Arbeitsplätze weg“, hiesse es. Auch hier sei eine Begegnung auf Augenhöhe notwendig, denn gerade christliche Migranten hätten hierzulande eine spezielle Aufgabe.

Ein erweckliches Evangelium für den europäischen KontinentDr. Manfred Henke aus Gross Grönau bei Lübeck, Mitglied der Neuapostolischen Kirche, stellte seinen Forschungsbericht zu „Internationale Verbindungen in der Entstehung deutscher Freikirchen“ bezüglich der Continental Society vor. 1819 gründeten Henry Drummond und Robert Haldane in London die evangelikale „Continental Society for the Diffusion of Religious Knowlegde over the Continent of Europe“, um auf dem europäischen Festland ein „erweckliches“ Evangelium zu verkündigen. Die Gesellschaft verstand sich als „überkonfessionell“ und finanzierte in verschiedenen europäischen Ländern „Agenten“, die selbständig arbeiten konnten und lediglich tagebuchartige Arbeitsberichte nach London senden mussten. 1823 wurde der deutsche Christ Johann Gerhard Oncken nach Hamburg gesandt. Er war in Nordwestdeutschland missionarisch aktiv und knüpfte viele Kontakte. Oncken wurde 1834 Baptist und in der Folgezeit zu einem der bedeutenden Kirchengründer im Europa des 19. Jahrhunderts. Auch die 1831 in England entstandene Katholisch-apostolische Kirche konnte durch die Kontakte der „Agenten“ ebenfalls auf dem europäischen Kontinent Fuss fassen, so Henke.

Zum Abschluss der Tagung informierte Edgar Lüllau, Leverkusen, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, über die „Anfänge baptistischer Mission in Kamerun: Zwischen reformatorischer Identität und kultureller Prägung“. Die in Wittenberg gehaltenen Referate werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung dokumentiert, der 2017 erscheinen soll. Die VFF-Herbsttagung 2016 findet am 10. und 11. September auf dem Thomashof bei Karlsruhe zum Thema „Reformatio und Restitutio? Vorstellungen von Erneuerung der Kirche in der Geschichte der Freikirchen“ statt.

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