Adventgemeinde Lahr

Verfolgten Christen eine Stimme geben

Aufruf zum Gebet für Adventisten in Burundi

20 Jahre idea Schweiz - «Das grenzt an ein Medienwunder»

Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

8. Media Day - Netzwerkevent für adventistische Medienschaffende

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

SEA bedauert das Ja der Reformierten zur Öffnung der Ehe für alle

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet «Ehe für alle»

Deutsches Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Wachsender Widerstand gegen reformierte „Trauung für alle“

ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Gebetswoche 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten

Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich

Deutschland: Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

«Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»

Ausstellung «Bibelobjekte» in der Peterskirche Basel

Gewalt gegen Christen verdient mehr Aufmerksamkeit

Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Adventisten ehren Hannele Ottschofski als «Frau des Jahres 2019»

Deutschland: Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Deutschland: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule Friedensau

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Brasilien: 36 adventistische Schulen wollen 30.000 Bäume pflanzen

Adventisten in Deutschland entsetzt über Terrorangriff in Halle

Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

50 Jahre Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Waffen gegen Gewalt

Adventistische US-Universität bei ersten 10 Prozent bezüglich Vielfalt

Leiter des Hilfswerks ADRA International ist zurückgetreten

Deutschland: 120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Buchrezension: «Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart»

ADRA Schweiz Jahresbericht 2018 – 4,9 Mio. Franken Gesamtertrag

Deutschland: Arena beim Zeltplatz Friedensau eröffnet

USCIRF-Erklärung zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi

«Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation»

Mattia Benini, neuer Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD

Kinder helfen Kindern! – ADRA Weihnachtsaktion 2019 gestartet

Konvertiten in Deutschland - Pfingstgemeinden nehmen Stellung

Sucht im Alter – vom Umgang mit einem Tabuthema

„Aktion Kinder helfen Kindern!“ deutschlandweit am Weltkindertag eröffnet

Regierungsrätin Fehr: „Was die Gesellschaft an den Kirchen hat“

Deutschland: Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Rekurs gegen das Genfer Laizitätsgesetz eingereicht

Medienzentrum feiert 10 Jahre Fernsehen im Zeichen der Hoffnung

Buchrezension: Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation

Zürich: Grossmünsterpfarrer referiert bei Adventisten über Zwingli

Greifswald: Nach Brandanschlag weihen Adventisten neue Kirche ein

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagte in Augsburg

Nachdenken über Sinn und Ziel von Karriere und Leben

US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachungsstaat in China

Evangelische im Libanon distanzieren sich von «zionistischen Christen»

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Bettagsbegegnung thematisiert Frieden, Versöhnung und Solidarität

Adventisten im Beobachterstatus des «VFG – Freikirchen Schweiz»

ADRA: Keine Beteiligung an politischer Demo in Rohingya-Lager

Richtfest für Anbau am adventistischen Seniorenheim in Bad Aibling

EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

100 Jahre «VFG - Freikirchen Schweiz» und 500 Jahre Freikirchen

Adventisten feiern 100 Jahre Engagement in Ruanda

Deutschland: Adventistische Hochschule beteiligt sich an Interkultureller Woche

Präsident von Ruanda eröffnet adventistische medizinische Fakultät

„Salz der Erde“ - 10. Ökumenischer Tag der Schöpfung

Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

«Briefmarken und das Münster sind beides Wertzeichen»

Politisches Engagement der anderen Art

Bahamas: ADRA und die adventistische Kirche helfen den Opfern

Berner EVP fordert italienisches Kirchensteuermodell für Unternehmen

„Aufbruch Ökumene“

Theologisches Seminar St. Chrischona startet Studienjahr mit 50 Neuen

Rat des Kirchenbundes unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative

Weltkirchenleitung der Adventisten klärt Haltung zur Abtreibung

Rat des Kirchenbundes befürwortet Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland: «Frieden wieder in Gefahr»

Buchrezension: «Geht der Kirche der Glaube aus?»

Internationale Altaistik-Konferenz in adventistischer Hochschule

Pfadfinder-Camporee der Rekorde in OshKosh/USA

Spiel & Spass beim Sommerfest im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

«Unendlich wertvoll» - ADRA Freiwilligenwochen 2019 in Gempenach

Muslimin zur Generalsekretärin von «Religions for Peace» gewählt

Adventisten: Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt

EVP Schweiz lanciert Charta der Religionsgemeinschaften

10. Weltkonferenz „Religions for Peace“ – für gemeinsame Zukunft

UN-Gedenktag für Opfer religiöser oder weltanschaulicher Gewalt

„Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt“

Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

«Zehntenhäuser» für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Adventistische Medien kooperieren bei crossmedialem Projekt

Deutschland: Spendenbereitschaft der Adventisten weiterhin hoch

Weltweite Evangelische Allianz ruft 2020 zum globalen Jahr der Bibel aus

Katastrophenvorsorge: Pfadis füllen 5.000 Behälter mit Utensilien

Papua-Neuguinea: Schutzhaus gegen häusliche Gewalt eröffnet

Adventisten: Fünf grosse, internationale Pfadfindertreffen im 2019

ADRA Kanada unterstützt durch Waldbrände Vertriebene

Taiwan: Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

USA: Massenerschiessungen – Adventisten stellen Care Teams

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

ADRA bei Seenotrettung vor libyscher Küste mit im Boot

4.000 adventistische Pfadis am Camporee in England

USA: Adventistische Loma Linda Universitätsklinik ausgezeichnet

Drei adventistische Familien nach Bränden in Sizilien obdachlos

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

Mitten im Ebola-Gebiet gibt ADRA unterernährten Kinder zu essen

Kirchen trauern und reagieren auf die Gewalt in den USA

Südasien: ADRA unterstützt vom Monsun Betroffene

Guatemala: Adventisten verteilen Bettwäsche an Krankenhäuser

Deutschland: 100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Adventisten

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Adventisten: Grussworte an Präsidenten von EU-Kommission und Parlament

Jamaika: Technologieministerin spricht auf Internetkonferenz der Adventisten

Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

Portugal: 2.500 adventistische Pfadis aus Europa am Camporee

ADRA-Präsident: «Armut ist oft ein Vorläufer religiöser Verfolgung»

ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Adventistischer Psychiater äussert sich zu Fanatismus

Britische Jungferninseln: Adventisten pflanzen Kokospalmen

Kolumbiens Präsident bestätigt die Gewährung der Religionsfreiheit

Deutschschweizer Adventisten mit neuer Leiterin der Frauenabteilung

„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

Die Wimbledon-Sieger 2019 sind aktive orthodoxe Christen

Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

ADRA Kolumbien hilft venezolanischen Migranten

USA: 3. Adventistischer Weltkongress zu Gesundheit und Lebensstil

Andi Bachmann-Roth wird neuer SEA Co-Generalsekretär

Jede fünfte Kirche in den Niederlanden ist kein Gotteshaus mehr

USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

USA: Therezinha Barbalho, adventistische Pastorin, wurde ordiniert

Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Uganda: ADRA schult und baut 3.200 energiesparende Lehmöfen

Adventisten diskutieren weltweit über "Christsein und sozialer Dienst"

10 Prozent mehr Armut: Schweiz braucht verbindliche Armutspolitik

Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

ADRA Deutschland erweitert Einsatz im Jemen auf über 6 Mio. Euro

Deutschland: Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder eine katholische Schule

Mehr Scheidungen im Jahr 2018 in der Schweiz

Leitungswechsel bei der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen

Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

CSI fordert Bundesrat auf, das Ausmass der religiösen Verfolgung in Saudi-Arabien zu untersuchen

Adventisten in Mexiko: neue Fahrzeuge für medizinische Einsätze

YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) sendet 37 Absolventen aus

Evangelischer Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Europäische Tagung adventistischer Pastorinnen

«Ehe für alle» widerspricht dem Kindeswohl

Buchrezension: «Nicht mehr schweigen»

Über den Frauenstreik hinaus: «Lohn. Zeit. Respekt.»

London: Friedensmarsch der Adventisten gegen Waffenkriminalität

Deutschland: IGFM fordert Abschiebung christlicher Konvertiten in den Iran auszusetzen

Adventisten in der Romandie und im Tessin wählen neue Kirchenleitung

Pfingsten 1989: 30 Jahre Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel

Nicolas Walther verlässt die Clinique La Lignière

Russland: Adventisten führen Kongress für Arbeit mit Gehörlosen durch

Papua-Neuguinea: Siebenten-Tags-Adventist zum Premierminister gewählt

„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

«Glauben und Lehren» - 2. Bildungskongress der Adventisten

Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

3. Adventistischer Gesundheitskongress: «Leben in Fülle»

ADRA Deutschland eröffnet auch in Diepholz einen ADRAshop

Verein «Christian Public Affairs» gegründet

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft, tritt zurück

„Einsatz leben“: neue Serie auf Hope Channel TV

Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Deutschland auf Wachstumskurs

Buchrezension: «Jesus war kein Europäer»

Flüchtlingssabbat und -sonntag: Flüchtlingen ein Gesicht geben

ADRA: Kleine Spenden für Katastrophenhilfe mit grosser Wirkung

KIM-Studie: Jedes dritte Kind in Deutschland nutzt täglich WhatsApp

Deutschland: 30 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Adventisten beim Präventionskongress in Berlin

Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Schaffhauser Bibelgesellschaft wird Teil der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Adventisten und Katholiken kritisieren US-Antidiskriminierungsgesetz

Ignazio Cassis zu Nahostkonflikt: Gewalt ist Nonsens

Siebenten-Tags-Adventist im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet

Menschenrechtsorganisation kritisiert unterlassene Hilfe für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Deutsche Bibelgesellschaft nimmt "Bibelmobil e.V." als Mitglied auf

Religionswissenschaftler vermittelt Grundwissen zur Sikh-Religion

Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt

Asia Bibi, pakistanische Christin, konnte das Land verlassen und ist in Kanada angekommen

Zweiter Weltgipfel „Religion, Frieden und Sicherheit“

Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“ der Deutschen Evangelischen Allianz konstituiert

Adventisten in Nordrhein-Westfalen bestätigen Freikirchenleitung

Erneut weltweit über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Symposium zu Kinderrechten, Religionsmündigkeit, Religionsfreiheit

Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen tagt im Kloster Kappel

Christen vereint im Gebet für den Frieden - «30 Tage Gebet für die islamische Welt»

EKD-Friedensbeauftragter: Ökumenische Versammlung von 1989 immer noch aktuell

Inselstaat Tonga: Parade von Adventisten stoppt den Verkehr

„Gesichter der Verfolgung“: neue Serie im Hope TV

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

News der Freikirche

[11.07.2016] Ungewisse Zukunft des Protestantismus im Nahen Osten

Ungewisse Zukunft des Protestantismus im Nahen Osten

Stuttgart/Deutschland, 11.07.2016 / APD

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© Foto: Amy Giroux

Mit den reformatorischen Spuren im Nahen Osten befasste sich Ende Juni eine internationale Konferenz im Libanon. Unter dem Titel „The Protestant Reformation 500 Years Later in Germany and Lebanon“ (Die protestantische Reformation 500 Jahre danach in Deutschland und im Libanon) diskutierten rund 60 evangelische und nicht-evangelische Christen aus dem Libanon und aus Deutschland, sowie Vertreter des Islam vom 24. bis 27. Juni an der Near East School of Theology (NEST), eine von vier protestantischen Kirchen getragene Hochschule in Beirut.

Protestantismus im Nahen Osten noch sehr jungWie aus dem Bericht der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS), Stuttgart/Deutschland, ein Zusammenschluss von 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa, über die Konferenz hervorgeht, sei der Protestantismus im Nahen Osten noch sehr jung. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts hätten evangelische Missionare aus den USA und Europa das reformatorische Gedankengut in die orientalischen Gesellschaften gebracht. Zudem gründeten sie Schulen sowie Universitäten und bauten Krankenhäuser. „Reformation bedeutet für uns ein grossartiges Erbe, gerade im Hinblick auf die Errungenschaften im Bildungs- und Sozialbereich”, sagte George Sabra, der Präsident der NEST. „Doch was wird unser Beitrag in Zukunft sein?“

Den Blick auf das reformatorische Erbe richtete der Bischof der Evangelischen Kirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, der den Einfluss von Religion in modernen Gesellschaften analysierte. „Angesichts von religiösen Konflikten beten wir, dass wir durch die Macht der Gnade erneuert werden und zur gesellschaftlichen Transformation durch Versöhnung und Brückenbauen beitragen. Die Macht der Religion basiert nicht auf unserer erschöpflichen, menschlichen Kraft, sondern darauf, dass Gott vorausgehend ‚Ja‘ zu uns gesagt hat. Deswegen ist das Evangelium eine unerschöpfliche Kraftquelle“, betonte Cornelius-Bundschuh.

Evangelische Kirchen leiden unter AuswanderungDie Frage nach der Zukunft des Protestantismus im Nahen Osten sei aktueller denn je. Die dortigen evangelischen Christen wären nur eine sehr kleine Minderheit und stark vom Phänomen der Emigration betroffen. Sie hätten in der Regel eine sehr gute Ausbildung und gute Kontakte in den Westen. Entsprechend leicht falle es ihnen, in einer westlichen Gesellschaft Fuss zu fassen. „Unsere historischen, theologischen und liturgischen Wurzeln liegen nicht im Orient, sondern im Westen“, sagte George Sabra, der die Beziehungen zum Westen zum einen als Segen bezeichnete. In der Fremdwahrnehmung durch nicht-evangelische Christen stelle dies aber manchmal ein Problem dar. „Viele fragen sich, ob wir nicht doch Westler oder gar Fremde hier sind. Und manche sehen in uns einen Fehler des Westens in der nahöstlichen Kirchengeschichte.“

Westlicher ImportWie sehr die einheimischen katholischen, orthodoxen und altorientalischen Kirchen den aufkommenden Protestantismus im 19. Jahrhundert als westlichen Import wahrgenommen hätten, sei in den Beiträgen der nicht-protestantischen Redner deutlich geworden, so die EMS. „Die Missionare haben keine orientalischen neuen Kirchen gegründet, sie haben neue westliche Kirchen importiert, haben westliche Sprachen in ihre Liturgie übernommen“, sagte der maronitische Priester Gaby Hachem, der an der Université du Saint Esprit in Kaslik (Libanon) Theologie lehrt. Serj Boghos Tinkjian, stellvertretender Dekan des Armenisch-orthodoxen Seminars in Bikfaya, wies darauf hin, dass die westlichen Missionare die einheimischen Kirchen als Missionsfeld betrachtet hätten. „Es wäre vermutlich besser gewesen, wenn der evangelistische Eifer sich darauf konzentriert hätte, die lokalen Kirchen zu reformieren und nicht neue zu gründen.“ Durch ihr Vorgehen hätten die Missionare zum Teil viel Zwietracht in der Gesellschaft und selbst in Familien gesät.

Dass die Missionare im 19. Jahrhundert nicht vorurteilsfrei den einheimischen Kirchen gegenüber aufgetreten seien, beschrieb der rum-orthodoxe Priester Rami Wannous. „Man machte sich lustig darüber, dass wir Ikonen küssen, beschuldigte uns der Bilderanbetung und verurteilte den Marienkult“, sagte er. „Für protestantische Missionare waren wir Orthodoxe der Grund, warum Muslime noch nicht zum Christentum gefunden hatten.“

Protestanten öffneten „neue Türen“ in der TheologieHachem, Tinkjian und Wannous machten laut EMS aber auch deutlich, dass die evangelische Mission auch positive Auswirkungen auf ihre Kirchen hatte. So seien beispielsweise in der rum-orthodoxen und der Armenisch-Apostolischen Orthodoxen Kirche die theologischen Diskussionen bereichert worden. Die zentrale Rolle, welche die Bibel für Protestanten spiele, oder die Betonung von Diakonie und Bildung hätten auch auf die armenische Kirche ausgestrahlt und „neue Türen in der Theologie geöffnet. Die Auseinandersetzung mit der Reformation hat unsere Kirche gestärkt”, sagte Tinkjian. Alle drei bezeichneten die heutige Aufsplitterung der wenigen Protestanten in viele verschiedene Gruppen, darunter auch charismatische oder pfingstlerische, als problematisch für die Ökumene. „In dieser Vielfalt können wir keine Einheit mehr erkennen“, unterstrich Wannous. Hachem von der maronitischen Kirche riet deswegen den Kirchen der Reformation, genau auf diesem Feld eine führende Rolle gegenüber den evangelikalen und nicht-ökumenisch orientierten Bewegungen zu spielen und diese in die nahöstliche Ökumene zu führen.

Grossmufti: „Den Geist der Liebe predigen“Insgesamt hänge die Zukunft aller Christen im Nahen Osten aber vor allem davon ab, wie sich die Region insgesamt entwickle. Das sei auch vielen Muslimen bewusst. Für eine Erneuerung des religiösen Diskurses plädierte deswegen der Grossmufti des Libanon, Scheich Abdul Latif Daryan bei einem Empfang der Konsultationsteilnehmer im Dar el-Fatwa, der obersten sunnitischen Religionsbehörde im Libanon. „Wir wollen keinen religiösen Diskurs, der auf Hass und Fundamentalismus aufbaut.“ Kirchliche Schulen lehrten die Werte des christlichen Glaubens und islamische Schulen die des Islam. „Gemeinsam haben wir die Aufgabe, den Geist der Liebe, der in beiden Religionen zentral ist, zu predigen.“

Die Tagung war die 5. Internationale Konsultation, welche die NEST zusammen mit dem Programm „Studium im Mittleren Osten“ (SiMO) organisiert hat. SiMO ist bei der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) angesiedelt und gibt Studierenden die Möglichkeit, ein ökumenisches Studienjahr an der NEST in Beirut zu verbringen. Dabei lernten sie die Kirchen im Nahen Osten in ihrem islamischen Kontext kennen. Nicht nur angehende Theologinnen und Theologen könnten davon profitieren, auch Studierende der Islamwissenschaft, Geschichte, Politikwissenschaft und anderer verwandter Fächer, könnten sich bei der EMS bewerben. Weitere Informationen unter www.ems-online.de[1]

Im Osmanischen Reich war jeder Vierte ein Christ„Gut ein Viertel der Bevölkerung des damaligen Osmanischen Reiches bekannte sich bis 1914 zum Christentum, heute sind es in der Türkei nur noch wenige zehntausend“, kommentierte Holger Teubert, stellvertretender Pressesprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die internationale Konferenz in Beirut. Er beziehe sich dabei auf Untersuchungen von Dr. Daniel Heinz, dem Leiter des Historischen Archivs der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa mit Sitz an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Es mag bedauerlich erscheinen, dass durch das Auftreten des Protestantismus im 19. Jahrhundert die Kirchen im Orient sich noch mehr zersplitterten, doch der dortige drastische Rückgang der Christen habe zudem eine häufig nicht beachtete andere Ursache.

Auch Protestanten wurden verfolgt„Um ein Auseinanderbrechen des Osmanischen Reiches zu verhindern, sei Ende des 19. Jahrhunderts der Islam zur Staatsideologie erhoben worden und die Christen hätten als Feinde des Reiches gegolten“, so Daniel Heinz. Doch nicht nur Armenier seien davon betroffen gewesen, sondern auch Christen aramäischer, chaldäischer, assyrischer und griechischer Herkunft, dazu Katholiken und Protestanten. Dabei wäre es um die Schaffung eines neuen türkisch-islamischen Nationalstaates gegangen. Die unter dem osmanischen Sultan Abdul Hamid II. seit 1894 zunehmenden Massaker an Armeniern und anderen Christen im Osmanischen Reich hätten während des Ersten Weltkriegs mit der Deportation in die syrische Wüste ihren Höhepunkt erreicht. Schätzungen zufolge verloren laut Heinz mehr als 1,5 Millionen Christen zwischen 1894 und 1922 in Kleinasien ihr Leben.

Todesstoss auch für AdventistenWas das für die dortigen Protestanten bedeutete, machte der Leiter des Historischen Archivs am Beispiel der Siebenten-Tags-Adventisten deutlich. Seit 1889 habe die Freikirche im Osmanischen Reich, zu dem damals ausser der Türkei auch Syrien, Palästina, der Irak und Arabien gehörten, missioniert. Doch das Vorgehen der jungtürkischen Bewegung gegen die Christen hätte auch ihren Gemeinden den Todesstoss versetzt. Nahezu 250 der knapp 450 Adventisten, die meisten armenischer Abstammung, wären laut Heinz damals auf grausame Weise umgekommen. Einige hätten nach Syrien, in den Libanon, nach Ägypten, in die Sowjetunion oder nach Griechenland fliehen können. Nur wenigen sei es gelungen in die USA oder nach Frankreich zu emigrieren. Nach dem Genozid habe es nur noch etwa 100 Adventisten in der Türkei gegeben, zumeist in und um Istanbul lebend, von denen jedoch die meisten in den darauffolgenden Jahrzehnten auswanderten.

Über dreissigmal inhaftiertVon Anfang an sei die adventistische Mission im Osmanischen Reich verboten gewesen, so der Archivleiter. Verfolgung und Unterdrückung von Adventisten, deren einheimischen Buchevangelisten und Pastoren hätten auf der Tagesordnung gestanden. Dzadur G. Baharian, der Mitbegründer und „Vater“ der adventistischen Mission im Osmanischen Reich, sei im Laufe seines 23-jährigen Missionsdienstes über dreissigmal inhaftiert worden, bevor er im Juli 1915 den Märtyrertod starb. Er wurde – so der Bericht eines am Mord beteiligten Augenzeugen – in Anatolien bei Sivas von kurdischen Milizionären umgebracht. Er sollte Christus abschwören und auf der Stelle zum Islam konvertieren. Als sich der Missionar widersetzte und die Hände zum Gebet faltete, sei er erschossen worden.

Doch bereits 1909 habe die Ermordung von mindestens sieben namentlich bekannten Adventisten und einiger ihrer Kinder in der Region Adana die Mitglieder der Freikirche erschüttert. Wie viele Adventisten damals ums Leben kamen bleibe ungewiss, so Heinz. Das Massaker im Gebiet von Adana hätte etwa 20.000 armenische Todesopfer gefordert.

Annahme des Islam oder TodesmarschIn das Bild eines religiös gefärbten Genozids, an dem ausschliesslich Muslime beteiligt gewesen seien, passe die Tatsache, dass besonders viele christliche Geistliche den Tod gefunden hätten, erläuterte Daniel Heinz. Auch adventistische Pastoren wären vor die Wahl gestellt worden, den Islam anzunehmen oder den Todesmarsch anzutreten, der mit dem Hungertod in der syrischen Wüste bei Deir ez-Zor endete, wenn man nicht schon vorher massakriert wurde oder an körperlicher Erschöpfung starb. Von diesen adventistischen Pastoren sei ausdrücklich überliefert, dass sie ihren christlichen Glauben öffentlich bekannt und mit ihrem Leben bezahlt hätten. Von zwölf adventistischen Buchevangelisten hätten lediglich zwei die Verfolgung überlebt. „Adventistische Waisenkinder, deren Eltern umgebracht worden waren, fielen der Zwangsislamisierung zum Opfer und wurden im Gesicht mit türkisch-muslimischen Brandmalen verunstaltet“, so Heinz.

Geringe Zahl von Adventisten in VorderasienDass auch Protestanten von dem damaligen Genozid betroffen waren, sei meist unbekannt. Daher wäre es notwendig dies mit zu berücksichtigen, wenn es um den Protestantismus im Nahen Osten gehe. Die Verfolgung zwischen 1894 und 1922 habe auch unter Protestanten ihre Spuren hinterlassen, wie die heutige geringe Zahl der Adventisten im Gebiet des früheren Osmanischen Reiches zeige.

Die Verfolgungen im Osmanischen Reich hätten nicht nur die überlebenden Adventisten traumatisiert. Der Genozid habe ebenso Auswirkungen auf nachfolgende Generationen gehabt, sodass auch für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Vorderasien die Auswanderung ein Problem darstelle, gab Daniel Heinz zu bedenken.

Adventisten in der TürkeiGegenwärtig gebe es in der Türkei nur noch 109 Siebenten-Tags-Adventisten. Die meisten kämen aus der Republik Moldau, der Ukraine und aus Russland, weil sie im Land Arbeit gefunden hätten, informierte Holger Teubert. Die verbliebenen armenisch-stämmigen Adventisten wären schon vor etlichen Jahren in die USA ausgewandert.

Adventisten in SyrienDie syrische Armee erlitt im Juni 1967 bei der Eroberung der Golanhöhen durch Israel im sogenannten „Sechs-Tage-Krieg“ eine Niederlage. Danach sei die einzige adventistische Gemeinde in Syrien, die Adventgemeinde Damaskus, von den Behörden geschlossen worden, so Teubert. Man habe die Adventisten als Sympathisanten wenn nicht gar als Spione der Israelis angesehen. Die wenigen adventistischen Familien in Damaskus und Umgebung wären daraufhin in die USA oder nach Kanada ausgewandert. Seitdem gebe es keine Adventgemeinde mehr in Syrien. Hin und wieder sei ein Adventist als Angestellter einer ausländischen Firma in das Land gekommen um dort für begrenzte Zeit zu arbeiten, doch regelmässige Gottesdienste fänden nicht mehr statt.

Adventisten im LibanonIm Libanon lebten gegenwärtig 282 Siebenten-Tags-Adventisten. Die Freikirche unterhalte dort seit 1939 in Beirut die Middle East University mit 214 Studierenden und 35 Dozenten sowie den vier Fachbereichen Biologie und Informatik, Betriebswirtschaft, Pädagogik sowie Religion und Theologie. Ausserdem gebe es an der Hochschule ein Englisches und Arabisches Sprachinstitut. Zudem verfügten die Adventisten im Libanon über ein Verlagshaus und ein Medienzentrum mit Aufnahmestudios für Radio- und TV-Sendungen.

Adventisten im Irak, in Jordanien und in der GolfregionIm Irak, wo die erste adventistische Gemeinde 1923 gegründet wurde, gebe es laut Teubert nur noch 96 Adventisten. Die meisten Mitglieder seien wegen der instabilen Lage im Land hauptsächlich nach Nordamerika ausgewandert. In Jordanien würden 179 Adventisten leben. Die erste adventistische Gemeinde sei dort 1926 gegründet worden. Bei den 1.354 Adventisten in den 14 Kirchengemeinden der Golfstaaten handele es sich fast ausschliesslich um ausländische Staatsbürger, die dort vorübergehend arbeiteten, informierte Holger Teubert.

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