Adventgemeinde Lahr

„Darüber spricht man doch nicht“ – Welttoilettentag 2019

Verfolgten Christen eine Stimme geben

Aufruf zum Gebet für Adventisten in Burundi

20 Jahre idea Schweiz - «Das grenzt an ein Medienwunder»

Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

8. Media Day - Netzwerkevent für adventistische Medienschaffende

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

SEA bedauert das Ja der Reformierten zur Öffnung der Ehe für alle

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet «Ehe für alle»

Deutsches Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Wachsender Widerstand gegen reformierte „Trauung für alle“

ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Gebetswoche 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten

Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich

Deutschland: Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

«Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»

Ausstellung «Bibelobjekte» in der Peterskirche Basel

Gewalt gegen Christen verdient mehr Aufmerksamkeit

Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Adventisten ehren Hannele Ottschofski als «Frau des Jahres 2019»

Deutschland: Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Deutschland: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule Friedensau

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Brasilien: 36 adventistische Schulen wollen 30.000 Bäume pflanzen

Adventisten in Deutschland entsetzt über Terrorangriff in Halle

Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

50 Jahre Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Waffen gegen Gewalt

Adventistische US-Universität bei ersten 10 Prozent bezüglich Vielfalt

Leiter des Hilfswerks ADRA International ist zurückgetreten

Deutschland: 120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Buchrezension: «Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart»

ADRA Schweiz Jahresbericht 2018 – 4,9 Mio. Franken Gesamtertrag

Deutschland: Arena beim Zeltplatz Friedensau eröffnet

USCIRF-Erklärung zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi

«Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation»

Mattia Benini, neuer Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD

Kinder helfen Kindern! – ADRA Weihnachtsaktion 2019 gestartet

Konvertiten in Deutschland - Pfingstgemeinden nehmen Stellung

Sucht im Alter – vom Umgang mit einem Tabuthema

„Aktion Kinder helfen Kindern!“ deutschlandweit am Weltkindertag eröffnet

Regierungsrätin Fehr: „Was die Gesellschaft an den Kirchen hat“

Deutschland: Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Rekurs gegen das Genfer Laizitätsgesetz eingereicht

Medienzentrum feiert 10 Jahre Fernsehen im Zeichen der Hoffnung

Buchrezension: Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation

Zürich: Grossmünsterpfarrer referiert bei Adventisten über Zwingli

Greifswald: Nach Brandanschlag weihen Adventisten neue Kirche ein

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagte in Augsburg

Nachdenken über Sinn und Ziel von Karriere und Leben

US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachungsstaat in China

Evangelische im Libanon distanzieren sich von «zionistischen Christen»

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Bettagsbegegnung thematisiert Frieden, Versöhnung und Solidarität

Adventisten im Beobachterstatus des «VFG – Freikirchen Schweiz»

ADRA: Keine Beteiligung an politischer Demo in Rohingya-Lager

Richtfest für Anbau am adventistischen Seniorenheim in Bad Aibling

EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

100 Jahre «VFG - Freikirchen Schweiz» und 500 Jahre Freikirchen

Adventisten feiern 100 Jahre Engagement in Ruanda

Deutschland: Adventistische Hochschule beteiligt sich an Interkultureller Woche

Präsident von Ruanda eröffnet adventistische medizinische Fakultät

„Salz der Erde“ - 10. Ökumenischer Tag der Schöpfung

Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

«Briefmarken und das Münster sind beides Wertzeichen»

Politisches Engagement der anderen Art

Bahamas: ADRA und die adventistische Kirche helfen den Opfern

Berner EVP fordert italienisches Kirchensteuermodell für Unternehmen

„Aufbruch Ökumene“

Theologisches Seminar St. Chrischona startet Studienjahr mit 50 Neuen

Rat des Kirchenbundes unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative

Weltkirchenleitung der Adventisten klärt Haltung zur Abtreibung

Rat des Kirchenbundes befürwortet Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland: «Frieden wieder in Gefahr»

Buchrezension: «Geht der Kirche der Glaube aus?»

Internationale Altaistik-Konferenz in adventistischer Hochschule

Pfadfinder-Camporee der Rekorde in OshKosh/USA

Spiel & Spass beim Sommerfest im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

«Unendlich wertvoll» - ADRA Freiwilligenwochen 2019 in Gempenach

Muslimin zur Generalsekretärin von «Religions for Peace» gewählt

Adventisten: Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt

EVP Schweiz lanciert Charta der Religionsgemeinschaften

10. Weltkonferenz „Religions for Peace“ – für gemeinsame Zukunft

UN-Gedenktag für Opfer religiöser oder weltanschaulicher Gewalt

„Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt“

Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

«Zehntenhäuser» für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Adventistische Medien kooperieren bei crossmedialem Projekt

Deutschland: Spendenbereitschaft der Adventisten weiterhin hoch

Weltweite Evangelische Allianz ruft 2020 zum globalen Jahr der Bibel aus

Katastrophenvorsorge: Pfadis füllen 5.000 Behälter mit Utensilien

Papua-Neuguinea: Schutzhaus gegen häusliche Gewalt eröffnet

Adventisten: Fünf grosse, internationale Pfadfindertreffen im 2019

ADRA Kanada unterstützt durch Waldbrände Vertriebene

Taiwan: Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

USA: Massenerschiessungen – Adventisten stellen Care Teams

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

ADRA bei Seenotrettung vor libyscher Küste mit im Boot

4.000 adventistische Pfadis am Camporee in England

USA: Adventistische Loma Linda Universitätsklinik ausgezeichnet

Drei adventistische Familien nach Bränden in Sizilien obdachlos

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

Mitten im Ebola-Gebiet gibt ADRA unterernährten Kinder zu essen

Kirchen trauern und reagieren auf die Gewalt in den USA

Südasien: ADRA unterstützt vom Monsun Betroffene

Guatemala: Adventisten verteilen Bettwäsche an Krankenhäuser

Deutschland: 100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Adventisten

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Adventisten: Grussworte an Präsidenten von EU-Kommission und Parlament

Jamaika: Technologieministerin spricht auf Internetkonferenz der Adventisten

Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

Portugal: 2.500 adventistische Pfadis aus Europa am Camporee

ADRA-Präsident: «Armut ist oft ein Vorläufer religiöser Verfolgung»

ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Adventistischer Psychiater äussert sich zu Fanatismus

Britische Jungferninseln: Adventisten pflanzen Kokospalmen

Kolumbiens Präsident bestätigt die Gewährung der Religionsfreiheit

Deutschschweizer Adventisten mit neuer Leiterin der Frauenabteilung

„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

Die Wimbledon-Sieger 2019 sind aktive orthodoxe Christen

Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

ADRA Kolumbien hilft venezolanischen Migranten

USA: 3. Adventistischer Weltkongress zu Gesundheit und Lebensstil

Andi Bachmann-Roth wird neuer SEA Co-Generalsekretär

Jede fünfte Kirche in den Niederlanden ist kein Gotteshaus mehr

USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

USA: Therezinha Barbalho, adventistische Pastorin, wurde ordiniert

Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Uganda: ADRA schult und baut 3.200 energiesparende Lehmöfen

Adventisten diskutieren weltweit über "Christsein und sozialer Dienst"

10 Prozent mehr Armut: Schweiz braucht verbindliche Armutspolitik

Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

ADRA Deutschland erweitert Einsatz im Jemen auf über 6 Mio. Euro

Deutschland: Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder eine katholische Schule

Mehr Scheidungen im Jahr 2018 in der Schweiz

Leitungswechsel bei der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen

Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

CSI fordert Bundesrat auf, das Ausmass der religiösen Verfolgung in Saudi-Arabien zu untersuchen

Adventisten in Mexiko: neue Fahrzeuge für medizinische Einsätze

YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) sendet 37 Absolventen aus

Evangelischer Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Europäische Tagung adventistischer Pastorinnen

«Ehe für alle» widerspricht dem Kindeswohl

Buchrezension: «Nicht mehr schweigen»

Über den Frauenstreik hinaus: «Lohn. Zeit. Respekt.»

London: Friedensmarsch der Adventisten gegen Waffenkriminalität

Deutschland: IGFM fordert Abschiebung christlicher Konvertiten in den Iran auszusetzen

Adventisten in der Romandie und im Tessin wählen neue Kirchenleitung

Pfingsten 1989: 30 Jahre Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel

Nicolas Walther verlässt die Clinique La Lignière

Russland: Adventisten führen Kongress für Arbeit mit Gehörlosen durch

Papua-Neuguinea: Siebenten-Tags-Adventist zum Premierminister gewählt

„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

«Glauben und Lehren» - 2. Bildungskongress der Adventisten

Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

3. Adventistischer Gesundheitskongress: «Leben in Fülle»

ADRA Deutschland eröffnet auch in Diepholz einen ADRAshop

Verein «Christian Public Affairs» gegründet

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft, tritt zurück

„Einsatz leben“: neue Serie auf Hope Channel TV

Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Deutschland auf Wachstumskurs

Buchrezension: «Jesus war kein Europäer»

Flüchtlingssabbat und -sonntag: Flüchtlingen ein Gesicht geben

ADRA: Kleine Spenden für Katastrophenhilfe mit grosser Wirkung

KIM-Studie: Jedes dritte Kind in Deutschland nutzt täglich WhatsApp

Deutschland: 30 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Adventisten beim Präventionskongress in Berlin

Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Schaffhauser Bibelgesellschaft wird Teil der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Adventisten und Katholiken kritisieren US-Antidiskriminierungsgesetz

Ignazio Cassis zu Nahostkonflikt: Gewalt ist Nonsens

Siebenten-Tags-Adventist im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet

Menschenrechtsorganisation kritisiert unterlassene Hilfe für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Deutsche Bibelgesellschaft nimmt "Bibelmobil e.V." als Mitglied auf

Religionswissenschaftler vermittelt Grundwissen zur Sikh-Religion

Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt

Asia Bibi, pakistanische Christin, konnte das Land verlassen und ist in Kanada angekommen

Zweiter Weltgipfel „Religion, Frieden und Sicherheit“

Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“ der Deutschen Evangelischen Allianz konstituiert

Adventisten in Nordrhein-Westfalen bestätigen Freikirchenleitung

Erneut weltweit über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Symposium zu Kinderrechten, Religionsmündigkeit, Religionsfreiheit

Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen tagt im Kloster Kappel

Christen vereint im Gebet für den Frieden - «30 Tage Gebet für die islamische Welt»

EKD-Friedensbeauftragter: Ökumenische Versammlung von 1989 immer noch aktuell

Inselstaat Tonga: Parade von Adventisten stoppt den Verkehr

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

News der Freikirche

[12.09.2016] Kirchenerneuerung in der Geschichte der Freikirchen - Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung

Kirchenerneuerung in der Geschichte der Freikirchen - Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung

Karlsruhe/Deutschland, 12.09.2016 / APD

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© Foto: Holger Teubert/APD

Mit den Vorstellungen von der Erneuerung der Kirche in der Geschichte der Freikirchen befasste sich die Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) vom 10. bis 11. September in der mennonitischen Tagungsstätte „Thomashof“ in Karlsruhe/Deutschland. Angesichts des bevorstehenden Reformationsjubiläums informierten die Referenten, wie „Kirchenerneuerung“ in der Geschichte verschiedener Freikirchen gedacht und umgesetzt wurde.

„Dass sich die meisten Freikirchen als erneuernde Kräfte in einer als defizitär empfundenen kirchlichen Landschaft verstanden haben, gehört zu ihrem entstehungsgeschichtlichen Hintergrund und prägt ihr Selbstverständnis bis heute“, gab der 2. Vorsitzende des VFF, Dr. Thomas Hahn-Bruckart, Mainz, bei der Tagungseröffnung zu bedenken. Auch innerhalb der Freikirchenfamilien habe es im Laufe der jeweils eigenen Geschichte Erneuerungsbewegungen gegeben. Wie dabei „Erneuerung“ jeweils theologisch verstanden wurde und welche Konzepte sich damit verbanden, sei nicht einheitlich gewesen.

Veränderung oder Wiederherstellung?Der Tagungstitel „Reformatio oder Restitutio?“ (Veränderung oder Wiederherstellung?) befasste sich mit zwei Begriffen, die Grundtendenzen aufzeigen sollten, in welcher Weise sich die jeweiligen freikirchlichen Traditionen oder Erneuerungsbewegungen in Kontinuität oder Diskontinuität zum Vorhergehenden sahen, so Hahn-Bruckart. Betrachtete man die damals vorhandenen Kirchen als reformierbar? Oder sah man als einzigen Weg auf das Urchristentum zurückzugreifen und den Versuch einer „Wiederherstellung“ desselben anzustreben? Welche Rolle spielte dabei die Reformation im 16. Jahrhundert? Handelte es sich um eine „unabgeschlossene“ Reformation oder war sie auch nur Teil einer Verfallsgeschichte? Bei diesen Fragen gehe es nicht nur um theologische Grundentscheidungen, sondern auch um das Verständnis von Geschichte und das von den Freikirchen jeweils entworfene Selbstbild, sagte der 2. Vorsitzende des VFF.

Die Hessische RenitenzIm ersten Referat erläuterte Professor Dr. Gilberto da Silva von der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberusel „Die Hessische Renitenz und ihre Geschichtstheologie“. In vielen deutschsprachigen Gebieten kam es aufgrund der Einführung der „Union“, gemeint ist die Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche, ab 1830 zur „Renitenz“. Durch den Protest von Pfarrern und Gemeinden gegen diese Union bildeten sich „freie“, staatsunabhängige lutherische Kirchen. 1866 wurde das Kurfürstentum Hessen von Preussen besetzt, annektiert und fortan als preussische Provinz Hessen-Nassau regiert. Die preussische Besatzung unierte 1873/74 die kurhessische Landeskirche, was einen schwerwiegenden Angriff auf das lutherische Bekenntnis darstellte. In den Gemeinden entstand offener Widerstand dagegen. Daraufhin wurden 43 Pfarrer, Anhänger des Marburger Theologieprofessors August Vilmar, ihres Amtes enthoben. Sie betreuten in der Folgezeit die „renitenten Gemeinden“ und gründeten die „Renitente Kirche ungeänderter Augsburgischer Konfession in Hessen“.

Aufgrund des Studiums des lutherischen Augsburger Bekenntnisses (CA) von 1530 kam Vilmar zur Überzeugung, dass Laien einschliesslich des Landesherrn nicht über Angelegenheiten der Kirchen bestimmen dürften. Er forderte deshalb die Selbstregierung und Selbstverwaltung der Kirche durch das geistliche Amt, nämlich die Pfarrer. Für ihn gab es weder ein urchristliches noch ein reformatorisches Ideal. Das seien nur die jeweiligen Erkenntnisstufen gewesen. Die Reformation Luthers habe Vilmar zwar gewürdigt, doch sie sei noch nicht vollständig gewesen. Es habe die Erkenntnis vom geistlichen Amt in der Kirche gefehlt.

Der Christenheit zwölf Aposteln zugeteiltProfessor Dr. Helmut Obst, Halle, sprach über „Die Apostolische Bewegung zwischen Urchristentum und eschatologischer Heilsgemeinde“. In Grossbritannien wurden unter dem Einfluss einer schottischen endzeitlichen Erweckungsbewegung zwischen 1832 und 1835 zwölf Männer durch prophetische Worte als Apostel berufen. Diesen wurde die Christenheit in zwölf Auftragsgebieten („Stämmen“) zugeteilt. Die Apostel sahen ihre Hauptaufgabe in der Einheit und Vollendung der Kirche. Sie wollten Christus bei seiner Wiederkunft die Kirche als „geschmückte Braut“ entgegenführen. Die Wiederkunft Christi erwarteten sie noch zu ihren Lebzeiten. Es entstanden Katholisch-Apostolische Gemeinden. Sie vertraten die Auffassung: Die Reformation hatte zwar eine grosse Bedeutung, doch sie habe nicht genügt, um die Kirche von Grund auf zu erneuern. Die Aufrichtung der biblischen Ordnung mit Aposteln und anderen Ämtern wäre eine der eigentlichen Aufgaben der Reformation gewesen. Doch die Reformatoren hätten sich auf falsche Ordnungen gestützt.

Die Kirche ist irreparabel - John Nelson DarbyProfessor Dr. Erich Geldbach, Marburg, informierte über „Geschichtsschau und Gemeindeideal bei John Nelson Darby“ (1751-1834). Aufgrund seiner heilsgeschichtlichen Schau vertrat Darby die Ansicht, dass die Kirche nach der Zeit der Apostel irreparabel verfallen sei. Der Verfall habe bereits zur Zeit des Neuen Testaments begonnen. Darby stimmte in vielen Lehraussagen zwar mit den Freikirchen überein, kritisierte jedoch deren Absicht, die „Gemeinde nach dem Neuen Testament“ wiederherstellen zu wollen. Eine Wiederherstellung der ursprünglichen Gemeinde Jesu sei nicht mehr möglich, da Gott nie etwas wiederherstelle, was der Mensch verdorben habe, und ausserdem das apostolische Amt fehle. Für die gegenwärtige Gemeinde sei es nur noch möglich, sich im Namen Jesu zu versammeln und sehnsüchtig auf den Tag der Entrückung durch Christus zu warten. Dazu seien keine Ämter, keine Dogmatik und keine kirchlichen Gebäude mehr nötig.

Der zweite Teil der Reformation - PietismusUm die Erweckungsbewegung innerhalb der evangelischen Landeskirchen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging es bei Dr. Jan Carsten Schnurr von der Freien Theologischen Hochschule Giessen. Diese Bewegung hatte, so Schnurr, ein Geschichtsbewusstsein. Es wurden Vorbilder in der Vergangenheit gesucht. Man fand sie in den biblischen Berichten über die Apostel und in den Märtyrern der frühchristlichen Zeit bevor Kaiser Konstantin (272-337 n.Chr[1].) das Christentum zur Staatsreligion erklärte. Auch für die Christen in vorreformatorischer Zeit, wie die Waldenser (ab 12. Jahrhundert), Jan Hus (1370-1415) und John Wycliff (1320-1384) bestand Interesse. Die Reformatoren wurden als Lehrer beschrieben, welche die Lehre des Evangeliums weitergaben. Sie waren „Kirchenverbesserer“, da sie die Kirche wieder auf den Boden der Heiligen Schrift zurückführten. Doch die Reformation habe als Wiederherstellung der Lehre nicht ausgereicht. Es sei auch der Pietismus mit der Wiederherstellung des gelebten Glaubens als zweiter Teil der Reformation notwendig gewesen.

Die unvollendete Reformation - Freien evangelische GemeindenOb sich die Freien evangelische Gemeinden (FeG) als Kinder einer unvollendeten Reformation ansehen, darüber handelte das Referat von Professor Dr. Markus Iff, Dozent an der Theologischen Hochschule Ewersbach im hessischen Lahn-Dill-Kreis. Die Gemeinden betrachteten sich als „Kinder der Reformation“. Entscheidend sei jedoch die „Gemeinde der Glaubenden“. Evangelisch sein bedeute daher auch evangelisch leben. Das Evangelium binde den Glaubenden an Christus und deshalb sollte er auch im Gehorsam des Glaubens leben. In diesem Sinne sei die Reformation unvollendet und die FeG würden sich als Erneuerungsbewegung verstehen.

Die wahren Gläubigen leben in Gütergemeinschaft - HuttererMit den Hutterern im 16. Jahrhundert befasste sich Dr. Astrid von Schlachta, Weierhof in Bolanden/Pfalz. Diese täuferische Kirche geht auf Jakob Hutter zurück, deren Anhänger in Gütergemeinschaft leben. Die Täufer wurden von der lutherischen, reformierten und der römisch-katholischen Kirche als Abtrünnige angesehen und deswegen verfolgt. Auch Jakob Hutter erlitt den Märtyrertod und wurde 1536 in Innsbruck auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die verfolgten Hutterer mussten das Südtiroler Pustertal verlassen und siedelten sich in der Markgrafschaft Mähren an, wo sie auf Gütern des Adels Schutz fanden. Dort kam es zur Einführung der Gütergemeinschaft, die schliesslich als Zeichen der wahren Gläubigen und daher als heilsnotwendig angesehen wurde. Vorbild war für die Hutterer die Jerusalemer Urgemeinde. Doch die Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin habe zum Abfall der Kirche geführt. Die Reformatoren wurden von den Hutterern nur insoweit positiv gesehen, wenn sie sich gegen die Irrtümer des Papsttums wandten. Doch indem auch sie Staat und Kirche miteinander verbanden, wären sie nicht besser gewesen.

Von der Erneuerungsbewegung zur partnerschaftlichen Kirche - Kirche des NazarenersDas Schlussreferat hielt Dr. Klaus Arnold, Linsengericht im Main-Kinzig-Kreis in Hessen, über „Die Kirche des Nazareners als soziale und theologische Erneuerungsbewegung“. Die Kirche entstand aus der Heiligungsbewegung in den USA und wurde 1908 in Pilot Point/Texas gegründet. Sie umfasst heute über zwei Millionen Mitglieder in 155 Ländern und ist seit 1958 auch in Deutschland vertreten. Laut Arnold hat sich die Kirche des Nazareners aus einer sozialen und theologischen Erneuerungsbewegung zu einer eigenständigen, globalen und partnerschaftlichen Kirche entwickelt, die sich als reformbedürftig und reformierbar und auf den Prinzipien der Reformation stehend versteht.

Nächste VFF-Tagung in WienDie in Karlsruhe gehaltenen Referate werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung dokumentiert, der 2017 erscheinen soll. Die nächste Tagung des Vereins für Freikirchenforschung findet zum Thema „Reformation und Freikirchen in Österreich“ vom 24. bis 25. Juni 2017 in Wien statt.

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