Adventgemeinde Lahr

Verfolgten Christen eine Stimme geben

Aufruf zum Gebet für Adventisten in Burundi

20 Jahre idea Schweiz - «Das grenzt an ein Medienwunder»

Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

8. Media Day - Netzwerkevent für adventistische Medienschaffende

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

SEA bedauert das Ja der Reformierten zur Öffnung der Ehe für alle

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet «Ehe für alle»

Deutsches Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Wachsender Widerstand gegen reformierte „Trauung für alle“

ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Gebetswoche 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten

Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich

Deutschland: Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

«Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»

Ausstellung «Bibelobjekte» in der Peterskirche Basel

Gewalt gegen Christen verdient mehr Aufmerksamkeit

Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Adventisten ehren Hannele Ottschofski als «Frau des Jahres 2019»

Deutschland: Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Deutschland: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule Friedensau

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Brasilien: 36 adventistische Schulen wollen 30.000 Bäume pflanzen

Adventisten in Deutschland entsetzt über Terrorangriff in Halle

Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

50 Jahre Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Waffen gegen Gewalt

Adventistische US-Universität bei ersten 10 Prozent bezüglich Vielfalt

Leiter des Hilfswerks ADRA International ist zurückgetreten

Deutschland: 120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Buchrezension: «Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart»

ADRA Schweiz Jahresbericht 2018 – 4,9 Mio. Franken Gesamtertrag

Deutschland: Arena beim Zeltplatz Friedensau eröffnet

USCIRF-Erklärung zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi

«Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation»

Mattia Benini, neuer Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD

Kinder helfen Kindern! – ADRA Weihnachtsaktion 2019 gestartet

Konvertiten in Deutschland - Pfingstgemeinden nehmen Stellung

Sucht im Alter – vom Umgang mit einem Tabuthema

„Aktion Kinder helfen Kindern!“ deutschlandweit am Weltkindertag eröffnet

Regierungsrätin Fehr: „Was die Gesellschaft an den Kirchen hat“

Deutschland: Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Rekurs gegen das Genfer Laizitätsgesetz eingereicht

Medienzentrum feiert 10 Jahre Fernsehen im Zeichen der Hoffnung

Buchrezension: Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation

Zürich: Grossmünsterpfarrer referiert bei Adventisten über Zwingli

Greifswald: Nach Brandanschlag weihen Adventisten neue Kirche ein

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagte in Augsburg

Nachdenken über Sinn und Ziel von Karriere und Leben

US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachungsstaat in China

Evangelische im Libanon distanzieren sich von «zionistischen Christen»

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Bettagsbegegnung thematisiert Frieden, Versöhnung und Solidarität

Adventisten im Beobachterstatus des «VFG – Freikirchen Schweiz»

ADRA: Keine Beteiligung an politischer Demo in Rohingya-Lager

Richtfest für Anbau am adventistischen Seniorenheim in Bad Aibling

EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

100 Jahre «VFG - Freikirchen Schweiz» und 500 Jahre Freikirchen

Adventisten feiern 100 Jahre Engagement in Ruanda

Deutschland: Adventistische Hochschule beteiligt sich an Interkultureller Woche

Präsident von Ruanda eröffnet adventistische medizinische Fakultät

„Salz der Erde“ - 10. Ökumenischer Tag der Schöpfung

Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

«Briefmarken und das Münster sind beides Wertzeichen»

Politisches Engagement der anderen Art

Bahamas: ADRA und die adventistische Kirche helfen den Opfern

Berner EVP fordert italienisches Kirchensteuermodell für Unternehmen

„Aufbruch Ökumene“

Theologisches Seminar St. Chrischona startet Studienjahr mit 50 Neuen

Rat des Kirchenbundes unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative

Weltkirchenleitung der Adventisten klärt Haltung zur Abtreibung

Rat des Kirchenbundes befürwortet Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland: «Frieden wieder in Gefahr»

Buchrezension: «Geht der Kirche der Glaube aus?»

Internationale Altaistik-Konferenz in adventistischer Hochschule

Pfadfinder-Camporee der Rekorde in OshKosh/USA

Spiel & Spass beim Sommerfest im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

«Unendlich wertvoll» - ADRA Freiwilligenwochen 2019 in Gempenach

Muslimin zur Generalsekretärin von «Religions for Peace» gewählt

Adventisten: Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt

EVP Schweiz lanciert Charta der Religionsgemeinschaften

10. Weltkonferenz „Religions for Peace“ – für gemeinsame Zukunft

UN-Gedenktag für Opfer religiöser oder weltanschaulicher Gewalt

„Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt“

Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

«Zehntenhäuser» für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Adventistische Medien kooperieren bei crossmedialem Projekt

Deutschland: Spendenbereitschaft der Adventisten weiterhin hoch

Weltweite Evangelische Allianz ruft 2020 zum globalen Jahr der Bibel aus

Katastrophenvorsorge: Pfadis füllen 5.000 Behälter mit Utensilien

Papua-Neuguinea: Schutzhaus gegen häusliche Gewalt eröffnet

Adventisten: Fünf grosse, internationale Pfadfindertreffen im 2019

ADRA Kanada unterstützt durch Waldbrände Vertriebene

Taiwan: Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

USA: Massenerschiessungen – Adventisten stellen Care Teams

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

ADRA bei Seenotrettung vor libyscher Küste mit im Boot

4.000 adventistische Pfadis am Camporee in England

USA: Adventistische Loma Linda Universitätsklinik ausgezeichnet

Drei adventistische Familien nach Bränden in Sizilien obdachlos

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

Mitten im Ebola-Gebiet gibt ADRA unterernährten Kinder zu essen

Kirchen trauern und reagieren auf die Gewalt in den USA

Südasien: ADRA unterstützt vom Monsun Betroffene

Guatemala: Adventisten verteilen Bettwäsche an Krankenhäuser

Deutschland: 100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Adventisten

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Adventisten: Grussworte an Präsidenten von EU-Kommission und Parlament

Jamaika: Technologieministerin spricht auf Internetkonferenz der Adventisten

Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

Portugal: 2.500 adventistische Pfadis aus Europa am Camporee

ADRA-Präsident: «Armut ist oft ein Vorläufer religiöser Verfolgung»

ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Adventistischer Psychiater äussert sich zu Fanatismus

Britische Jungferninseln: Adventisten pflanzen Kokospalmen

Kolumbiens Präsident bestätigt die Gewährung der Religionsfreiheit

Deutschschweizer Adventisten mit neuer Leiterin der Frauenabteilung

„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

Die Wimbledon-Sieger 2019 sind aktive orthodoxe Christen

Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

ADRA Kolumbien hilft venezolanischen Migranten

USA: 3. Adventistischer Weltkongress zu Gesundheit und Lebensstil

Andi Bachmann-Roth wird neuer SEA Co-Generalsekretär

Jede fünfte Kirche in den Niederlanden ist kein Gotteshaus mehr

USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

USA: Therezinha Barbalho, adventistische Pastorin, wurde ordiniert

Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Uganda: ADRA schult und baut 3.200 energiesparende Lehmöfen

Adventisten diskutieren weltweit über "Christsein und sozialer Dienst"

10 Prozent mehr Armut: Schweiz braucht verbindliche Armutspolitik

Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

ADRA Deutschland erweitert Einsatz im Jemen auf über 6 Mio. Euro

Deutschland: Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder eine katholische Schule

Mehr Scheidungen im Jahr 2018 in der Schweiz

Leitungswechsel bei der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen

Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

CSI fordert Bundesrat auf, das Ausmass der religiösen Verfolgung in Saudi-Arabien zu untersuchen

Adventisten in Mexiko: neue Fahrzeuge für medizinische Einsätze

YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) sendet 37 Absolventen aus

Evangelischer Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Europäische Tagung adventistischer Pastorinnen

«Ehe für alle» widerspricht dem Kindeswohl

Buchrezension: «Nicht mehr schweigen»

Über den Frauenstreik hinaus: «Lohn. Zeit. Respekt.»

London: Friedensmarsch der Adventisten gegen Waffenkriminalität

Deutschland: IGFM fordert Abschiebung christlicher Konvertiten in den Iran auszusetzen

Adventisten in der Romandie und im Tessin wählen neue Kirchenleitung

Pfingsten 1989: 30 Jahre Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel

Nicolas Walther verlässt die Clinique La Lignière

Russland: Adventisten führen Kongress für Arbeit mit Gehörlosen durch

Papua-Neuguinea: Siebenten-Tags-Adventist zum Premierminister gewählt

„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

«Glauben und Lehren» - 2. Bildungskongress der Adventisten

Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

3. Adventistischer Gesundheitskongress: «Leben in Fülle»

ADRA Deutschland eröffnet auch in Diepholz einen ADRAshop

Verein «Christian Public Affairs» gegründet

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft, tritt zurück

„Einsatz leben“: neue Serie auf Hope Channel TV

Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Deutschland auf Wachstumskurs

Buchrezension: «Jesus war kein Europäer»

Flüchtlingssabbat und -sonntag: Flüchtlingen ein Gesicht geben

ADRA: Kleine Spenden für Katastrophenhilfe mit grosser Wirkung

KIM-Studie: Jedes dritte Kind in Deutschland nutzt täglich WhatsApp

Deutschland: 30 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Adventisten beim Präventionskongress in Berlin

Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Schaffhauser Bibelgesellschaft wird Teil der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Adventisten und Katholiken kritisieren US-Antidiskriminierungsgesetz

Ignazio Cassis zu Nahostkonflikt: Gewalt ist Nonsens

Siebenten-Tags-Adventist im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet

Menschenrechtsorganisation kritisiert unterlassene Hilfe für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Deutsche Bibelgesellschaft nimmt "Bibelmobil e.V." als Mitglied auf

Religionswissenschaftler vermittelt Grundwissen zur Sikh-Religion

Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt

Asia Bibi, pakistanische Christin, konnte das Land verlassen und ist in Kanada angekommen

Zweiter Weltgipfel „Religion, Frieden und Sicherheit“

Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“ der Deutschen Evangelischen Allianz konstituiert

Adventisten in Nordrhein-Westfalen bestätigen Freikirchenleitung

Erneut weltweit über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Symposium zu Kinderrechten, Religionsmündigkeit, Religionsfreiheit

Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen tagt im Kloster Kappel

Christen vereint im Gebet für den Frieden - «30 Tage Gebet für die islamische Welt»

EKD-Friedensbeauftragter: Ökumenische Versammlung von 1989 immer noch aktuell

Inselstaat Tonga: Parade von Adventisten stoppt den Verkehr

„Gesichter der Verfolgung“: neue Serie im Hope TV

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

News der Freikirche

Adventisten mit Live-Gottesdienst zum Auftakt des Reformationsjubiläums

Adventisten mit Live-Gottesdienst zum Auftakt des Reformationsjubiläums

Lutherstadt Wittenberg/Deutschland, 31.10.2016 / APD

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© Foto: Holger Teubert/APD

Mit einem Live-Gottesdienst am 29. Oktober unter dem Motto „Hier stehe ich“ aus der Adventgemeinde Wittenberg/Deutschland eröffnete die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Jubiläumsjahr zur Erinnerung an 500 Jahre Reformation. Der Gottesdienst wurde im adventistischen „Hope Channel“ Radio und Fernsehen gesendet und von über 200 Adventgemeinden in Deutschland in ihren Gottesdiensten live verfolgt. Zudem nutzten mehr als 300 Interessenten den Livestream.

Ein Wort des Widerrufs hätte genügtProfessor Dr. Johann Gerhardt, Dozent für Praktische Theologie an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg/Deutschland, griff in seiner Predigt die Aussage Luthers „Hier stehe ich“ beim Reichstag in Worms (1521) auf, wo sich der Reformator wegen seines Glaubens verteidigen musste. Eigentlich hätte damals alles ruhig seinen Gang gehen können, so Gerhardt. „Die Kirche war die Heilsanstalt für die Seele. Die Fürsten und der Kaiser hatten Geld und Macht. Wissenschaft und Kunst florierten. War man gehorsam und muckte nicht auf, konnte man in relativem Frieden leben.“ Und dennoch habe es eine Sehnsucht nach Freiheit gegeben, „weil es sie nicht gab“.

Beim Reichstag in Worms mit dem Kaiser, den Fürsten und der hohen Geistlichkeit hätte dem „Mönchlein“ ein Wort des Widerrufs genügt, um seinen schweren Gang leicht zu machen. Er hätte ja im Stillen an seinen Überzeugungen festhalten können, nur sie nicht mehr öffentlich sagen. Doch Luther entgegnete, wenn er nicht durch Zeugnisse der Heiligen Schrift und durch klare Vernunftgründe überzeugt werde, „denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich“, könne und wolle er nichts widerrufen, „weil wider das Gewissen etwas tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir. Amen.“

Doch trotz ungläubigen Staunens, dass jemand wagt so zu reden, sei dies nicht das Ende für Martin Luther gewesen, sondern „ein wundersamer Anfang“, so Gerhardt. „Das Evangelium leuchtete wieder“. Man müsse keine frommen Spielchen spielen, nicht perfekt werden wollen, nicht weglaufen, sich nicht verstecken, keine Ablassbriefe kaufen. Der Mensch dürfe aufrecht und frei vor Gott stehen. Vor dem Gott, der ihn bis in die Tiefen seiner Seele kenne und ihn annehme in seinem Versagen. „Diesem Gott sich anvertrauen, das ist der Glaube, der selig macht, bis heute und auch morgen“, unterstrich Gerhardt.

Die Freiheit des Evangeliums führt in die VerantwortungDie Freiheit des Evangeliums mache laut dem Professor nicht egoistisch oder weltflüchtig nach der Devise: „Hauptsache ich“. Sie führe auch nicht in fromme Isolation, sondern sei die Voraussetzung für Verantwortung. Verantwortlich sein gehöre zur Ebenbildlichkeit und Würde des Menschen gegenüber Gott. Überall dort, wo man Menschen die Verantwortlichkeit wegnehme, gut gemeint als Rat und Hilfe oder schlecht gemeint, wo man Menschen zum blossen Befehlsempfänger degradiere, wo man Zwang ausübe und Gehorsam fordere ohne kritisches Nachdenken zuzulassen, zerstöre man die Würde des Menschen und handele gegen Gottes Schöpfung.

Luther habe Verantwortung gezeigt. Er habe den Fürsten ins Gewissen geredet, dem Volk das Lesen der Bibel ermöglicht, Glaubenslehren verstehbar in den Katechismus geschrieben, das Evangelium auf Deutsch gepredigt und Lieder gedichtet, damit die Seele auch fühlen könne, was der Glaube bedeute.

Nein zur PlastiktüteWenn wir jetzt Reformation feiern, dann bedeute das auch für uns, Verantwortung zu tragen für die Welt in der wir leben und uns einzumischen, gab Gerhardt zu bedenken. Seit langem hätten Christen so gehandelt: Sie hätten Krankenhäuser, Schulen sowie soziale Einrichtungen gebaut und setzten sich für Menschenrechte ein. Doch es gebe auch die Verantwortung im Kleinen, wie in Ehe und Familie, der Nachbarschaft und für das Gemeinwohl. Da stelle sich beispielsweise die Frage: Gehe ich zur Wahl oder überlasse ich es den Radikalen welchen Einfluss sie auf unser Land nehmen? Oder sage ich „Nein“ zur Plastiktüte im Geschäft, weil dadurch die Schöpfung Gottes geschädigt wird?

„Was braucht der Mensch heute?“, fragte Gerhardt zusammenfassend. Schreckensmeldungen, Drohungen und Kälte gebe es genug. Die Menschen bräuchten stattdessen weniger Programme, weniger unseren schlauen Kopf, sondern unser Herz und die menschliche Wärme derer, die dem Licht des Evangeliums folgen. „So stehen wir heute hier, in der Nachfolge Luthers, in der Freiheit des Evangeliums und in der Würde der Verantwortlichkeit. Wir können nicht anders. Gott helfe uns. Amen.“

Luther für KinderSchon zuvor hatte Pastor Manuel Füllgrabe den Kindern im Gottesdienst anhand eines kreativen Klapp-Buches mit Figuren erklärt, warum damals der Ablassprediger Johann Tetzel mit seiner grossen Geldkiste durch Deutschland zog und wieso sich deswegen der kleine Mönch Martin mit den Grossen seiner Kirche stritt.

Den „alten Glauben“ öffentlich bezeugenNach der Predigt äusserten auch die Präsidenten des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die Pastoren Johannes Naether (Hannover) und Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart), einige Gedanken zur Reformation. Das Reformationsjubiläum sollte nach Dullinger wieder Mut machen, „den alten Glauben“ auch öffentlich wieder zu bezeugen. Selbst mit Freunden werde heute über alles Mögliche gesprochen, jedoch kaum über Glaubensdinge. Dabei gehe es jedoch nicht darum, dem Anderen zu sagen, wo er zu stehen hat, sondern zunächst einmal herauszufinden, wo ich selbst stehe und was die Werte sind, an denen ich mich orientiere. Danach gelte es interessiert zuzuhören, was den Anderen bewegt, um sich darüber auszutauschen.

Die Reformation brauchte die verschiedensten TypenFür Naether sei es faszinierend, dass Martin Luther zwar als Mönch geprägt gewesen sei, sich jedoch entwickelt habe. Der Reformator wäre seiner Erkenntnis gefolgt ohne abschätzen zu können, was daraus wird. Die Reformation habe die „verschiedensten Typen“ benötigt. So auch Philipp Melanchthon als Philologe, Philosoph, Humanist, Theologe und Lehrbuchautor, oder den Zürcher Reformator Ulrich Zwingli sowie den Genfer Reformator Johannes Calvin. Die Reformation könne nicht nur auf Luther fixiert werden. So sei beispielsweise das Abendmahlsverständnis der Adventisten nicht von Luther geprägt, sondern von der Reformierten Kirche, die aus der Reformation Calvins und Zwinglis hervorging. Zudem müsse auch der oft vergessene „dritte Flügel“ der Reformation, das Täufertum, berücksichtig werden. Als „Erben der Reformation“ hätten die Adventisten auch Anteil an der Täuferbewegung, die sich für die Taufe von Glaubenden, den Verzicht auf Wehrdienst und das Eintreten für die Religionsfreiheit einsetzte.

Reformation bedeutet ständige ErneuerungDass Martin Luther auch ein „Kind seiner Zeit“ war, sprach Werner Dullinger an. Denn Aussagen des Reformators über die Juden oder den Umgang mit den aufständischen Bauern gehörten heute zu den kritischen Aspekten seines Wirkens. Deshalb gelte es trotz aller Wertschätzung Luthers bei seiner Erkenntnis nicht stehen zu bleiben. Reformation bedeutet auch die ständige Erneuerung der Kirche. Auch die Siebenten-Tags-Adventisten seien mit ihrer Erkenntnis noch nicht am Ende. Dullinger verwies auf die Präambel in den „Glaubensüberzeugungen“ der weltweiten Adventisten, wo es heisst: „Diese Glaubensaussagen stellen dar, wie die Gemeinde die biblische Lehre versteht und bezeugt. Eine Neufassung ist anlässlich einer Vollversammlung der Generalkonferenz (Weltsynode) dann zu erwarten, wenn die Gemeinde durch den Heiligen Geist zu einem tieferen Verständnis der biblischen Wahrheit gelangt oder bessere Formulierungen findet, um die Lehren des heiligen Gotteswortes auszudrücken.“

Adventisten und das ReformationsjubiläumDer Gottesdienst in Wittenberg ist der Auftakt für die Adventisten zum Reformationsjubiläum gewesen. Bereits im Mai 2016 hatte an der Theologischen Hochschule Friedensau das internationale Symposium mit adventistischen Historikern und Theologen zum Thema „Auffassungen der protestantischen Reformation bei den Siebenten-Tags-Adventisten“ stattgefunden. http://www.stanet.ch/apd/news/archiv/11115.html[1]

Der Advent-Verlag Lüneburg wird zum Thema „Luthers Reformation aus Sicht der Siebenten-Tags-Adventisten“ ein Buch herausgeben. Weitere Veröffentlichungen sind geplant. Auch „Hope Channel“ Fernsehen und Radio nehmen den Reformationsgedanken in unterschiedliche Sendeformate auf. Ausserdem sind im Juli 2017 Mitarbeiter der adventistischen Weltkirchenleitung in Deutschland zu Gast und werde einige historische Orte der Reformation aufsuchen. Diese Studienreise soll ebenfalls vom „Hope Channel“ begleitet werden.

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