Adventgemeinde Lahr

Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

8. Media Day - Netzwerkevent für adventistische Medienschaffende

Ökumenischer Gottesdienst zur Legislatureröffnung des Parlaments

SEA bedauert das Ja der Reformierten zur Öffnung der Ehe für alle

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet «Ehe für alle»

Deutsches Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Wachsender Widerstand gegen reformierte „Trauung für alle“

ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Gebetswoche 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten

Die berauschte Gesellschaft: Alkohol – geliebt, verharmlost, tödlich

Deutschland: Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

«Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.»

Ausstellung «Bibelobjekte» in der Peterskirche Basel

Gewalt gegen Christen verdient mehr Aufmerksamkeit

Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Adventisten ehren Hannele Ottschofski als «Frau des Jahres 2019»

Deutschland: Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Deutschland: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule Friedensau

Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Brasilien: 36 adventistische Schulen wollen 30.000 Bäume pflanzen

Adventisten in Deutschland entsetzt über Terrorangriff in Halle

Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

50 Jahre Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“

Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Waffen gegen Gewalt

Adventistische US-Universität bei ersten 10 Prozent bezüglich Vielfalt

Leiter des Hilfswerks ADRA International ist zurückgetreten

Deutschland: 120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Buchrezension: «Säkularer Staat - viele Religionen: Religionspolitische Herausforderungen der Gegenwart»

ADRA Schweiz Jahresbericht 2018 – 4,9 Mio. Franken Gesamtertrag

Deutschland: Arena beim Zeltplatz Friedensau eröffnet

USCIRF-Erklärung zum 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi

«Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation»

Mattia Benini, neuer Direktor der «Clinique La Lignière» in Gland/VD

Kinder helfen Kindern! – ADRA Weihnachtsaktion 2019 gestartet

Konvertiten in Deutschland - Pfingstgemeinden nehmen Stellung

Sucht im Alter – vom Umgang mit einem Tabuthema

„Aktion Kinder helfen Kindern!“ deutschlandweit am Weltkindertag eröffnet

Regierungsrätin Fehr: „Was die Gesellschaft an den Kirchen hat“

Deutschland: Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Rekurs gegen das Genfer Laizitätsgesetz eingereicht

Medienzentrum feiert 10 Jahre Fernsehen im Zeichen der Hoffnung

Buchrezension: Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation

Zürich: Grossmünsterpfarrer referiert bei Adventisten über Zwingli

Greifswald: Nach Brandanschlag weihen Adventisten neue Kirche ein

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagte in Augsburg

Nachdenken über Sinn und Ziel von Karriere und Leben

US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachungsstaat in China

Evangelische im Libanon distanzieren sich von «zionistischen Christen»

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Bettagsbegegnung thematisiert Frieden, Versöhnung und Solidarität

Adventisten im Beobachterstatus des «VFG – Freikirchen Schweiz»

ADRA: Keine Beteiligung an politischer Demo in Rohingya-Lager

Richtfest für Anbau am adventistischen Seniorenheim in Bad Aibling

EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

100 Jahre «VFG - Freikirchen Schweiz» und 500 Jahre Freikirchen

Adventisten feiern 100 Jahre Engagement in Ruanda

Deutschland: Adventistische Hochschule beteiligt sich an Interkultureller Woche

Präsident von Ruanda eröffnet adventistische medizinische Fakultät

„Salz der Erde“ - 10. Ökumenischer Tag der Schöpfung

Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

«Briefmarken und das Münster sind beides Wertzeichen»

Politisches Engagement der anderen Art

Bahamas: ADRA und die adventistische Kirche helfen den Opfern

Berner EVP fordert italienisches Kirchensteuermodell für Unternehmen

„Aufbruch Ökumene“

Theologisches Seminar St. Chrischona startet Studienjahr mit 50 Neuen

Rat des Kirchenbundes unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative

Weltkirchenleitung der Adventisten klärt Haltung zur Abtreibung

Rat des Kirchenbundes befürwortet Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland: «Frieden wieder in Gefahr»

Buchrezension: «Geht der Kirche der Glaube aus?»

Internationale Altaistik-Konferenz in adventistischer Hochschule

Pfadfinder-Camporee der Rekorde in OshKosh/USA

Spiel & Spass beim Sommerfest im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt

Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

«Unendlich wertvoll» - ADRA Freiwilligenwochen 2019 in Gempenach

Muslimin zur Generalsekretärin von «Religions for Peace» gewählt

Adventisten: Schwerpunkttag gegen häusliche und sexuelle Gewalt

EVP Schweiz lanciert Charta der Religionsgemeinschaften

10. Weltkonferenz „Religions for Peace“ – für gemeinsame Zukunft

UN-Gedenktag für Opfer religiöser oder weltanschaulicher Gewalt

„Hoffnungszeichen in einer aufgewühlten Welt“

Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

«Zehntenhäuser» für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Adventistische Medien kooperieren bei crossmedialem Projekt

Deutschland: Spendenbereitschaft der Adventisten weiterhin hoch

Weltweite Evangelische Allianz ruft 2020 zum globalen Jahr der Bibel aus

Katastrophenvorsorge: Pfadis füllen 5.000 Behälter mit Utensilien

Papua-Neuguinea: Schutzhaus gegen häusliche Gewalt eröffnet

Adventisten: Fünf grosse, internationale Pfadfindertreffen im 2019

ADRA Kanada unterstützt durch Waldbrände Vertriebene

Taiwan: Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

USA: Massenerschiessungen – Adventisten stellen Care Teams

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gastmitglied der ACK Bayern

ADRA bei Seenotrettung vor libyscher Küste mit im Boot

4.000 adventistische Pfadis am Camporee in England

USA: Adventistische Loma Linda Universitätsklinik ausgezeichnet

Drei adventistische Familien nach Bränden in Sizilien obdachlos

Evangelische Friedensarbeit in Deutschland trauert um Pfarrer Ulrich Finckh

Mitten im Ebola-Gebiet gibt ADRA unterernährten Kinder zu essen

Kirchen trauern und reagieren auf die Gewalt in den USA

Südasien: ADRA unterstützt vom Monsun Betroffene

Guatemala: Adventisten verteilen Bettwäsche an Krankenhäuser

Deutschland: 100 Jahre Gehörlosengemeinschaft der Adventisten

Theologische Hochschule Friedensau trauert um Professor Dr. Winfried Noack

Keine Abschiebung von christlichen Konvertiten und Baha’i in den Iran

Adventisten: Grussworte an Präsidenten von EU-Kommission und Parlament

Jamaika: Technologieministerin spricht auf Internetkonferenz der Adventisten

Adventisten in Süddeutschland: Wechsel im Vorstand und Pressedienst

Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

Portugal: 2.500 adventistische Pfadis aus Europa am Camporee

ADRA-Präsident: «Armut ist oft ein Vorläufer religiöser Verfolgung»

ADRA Deutschland unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Zahl der Christen in Deutschland sinkt auf 56 Prozent

Adventistischer Psychiater äussert sich zu Fanatismus

Britische Jungferninseln: Adventisten pflanzen Kokospalmen

Kolumbiens Präsident bestätigt die Gewährung der Religionsfreiheit

Deutschschweizer Adventisten mit neuer Leiterin der Frauenabteilung

„HopeTV Kinder“: neuer YouTube-Kanal

Die Wimbledon-Sieger 2019 sind aktive orthodoxe Christen

Adventisten: erste regionale Kirchenleiterin besucht Deutschland

ADRA Kolumbien hilft venezolanischen Migranten

USA: 3. Adventistischer Weltkongress zu Gesundheit und Lebensstil

Andi Bachmann-Roth wird neuer SEA Co-Generalsekretär

Jede fünfte Kirche in den Niederlanden ist kein Gotteshaus mehr

USA: Emmy Award für TV-Serie mit adventistischer Klinik

USA: Therezinha Barbalho, adventistische Pastorin, wurde ordiniert

Friedrich Siegmund-Schultze wieder mehr Beachtung schenken

Uganda: ADRA schult und baut 3.200 energiesparende Lehmöfen

Adventisten diskutieren weltweit über "Christsein und sozialer Dienst"

10 Prozent mehr Armut: Schweiz braucht verbindliche Armutspolitik

Adventisten: Berufsbegleitender Masterstudiengang International Social Sciences

ADRA Deutschland erweitert Einsatz im Jemen auf über 6 Mio. Euro

Deutschland: Hospiz Friedensberg feiert 10-jähriges Bestehen

Weltweit besuchen 60 Millionen Kinder eine katholische Schule

Mehr Scheidungen im Jahr 2018 in der Schweiz

Leitungswechsel bei der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen

Adventisten: Neuer Professor an der Hochschule Friedensau

CSI fordert Bundesrat auf, das Ausmass der religiösen Verfolgung in Saudi-Arabien zu untersuchen

Adventisten in Mexiko: neue Fahrzeuge für medizinische Einsätze

YouTube bei der Vermarktung von Online-Videos vorn

USA: Adventistischer Senatskaplan mit Canterbury-Medaille gewürdigt

Von Nazis diffamierte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ als NS-Opfer anerkennen

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) sendet 37 Absolventen aus

Evangelischer Kirchentag: Podium zur politischen Korrektheit

Adventistische Institutionen auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund

Europäische Tagung adventistischer Pastorinnen

«Ehe für alle» widerspricht dem Kindeswohl

Buchrezension: «Nicht mehr schweigen»

Über den Frauenstreik hinaus: «Lohn. Zeit. Respekt.»

London: Friedensmarsch der Adventisten gegen Waffenkriminalität

Deutschland: IGFM fordert Abschiebung christlicher Konvertiten in den Iran auszusetzen

Adventisten in der Romandie und im Tessin wählen neue Kirchenleitung

Pfingsten 1989: 30 Jahre Erste Europäische Ökumenische Versammlung in Basel

Nicolas Walther verlässt die Clinique La Lignière

Russland: Adventisten führen Kongress für Arbeit mit Gehörlosen durch

Papua-Neuguinea: Siebenten-Tags-Adventist zum Premierminister gewählt

„wertvoll“: neuer wöchentlicher Talk auf HopeTV

«Glauben und Lehren» - 2. Bildungskongress der Adventisten

Der Religionsfreiheit und dem Recht auf Asyl verpflichtet

3. Adventistischer Gesundheitskongress: «Leben in Fülle»

ADRA Deutschland eröffnet auch in Diepholz einen ADRAshop

Verein «Christian Public Affairs» gegründet

Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland wählen Freikirchenleitung

Reto Mayer, Präsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft, tritt zurück

„Einsatz leben“: neue Serie auf Hope Channel TV

Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Deutschland auf Wachstumskurs

Buchrezension: «Jesus war kein Europäer»

Flüchtlingssabbat und -sonntag: Flüchtlingen ein Gesicht geben

ADRA: Kleine Spenden für Katastrophenhilfe mit grosser Wirkung

KIM-Studie: Jedes dritte Kind in Deutschland nutzt täglich WhatsApp

Deutschland: 30 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Adventisten beim Präventionskongress in Berlin

Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Schaffhauser Bibelgesellschaft wird Teil der Schweizerischen Bibelgesellschaft

Adventisten und Katholiken kritisieren US-Antidiskriminierungsgesetz

Ignazio Cassis zu Nahostkonflikt: Gewalt ist Nonsens

Siebenten-Tags-Adventist im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet

Menschenrechtsorganisation kritisiert unterlassene Hilfe für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Deutsche Bibelgesellschaft nimmt "Bibelmobil e.V." als Mitglied auf

Religionswissenschaftler vermittelt Grundwissen zur Sikh-Religion

Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt

Asia Bibi, pakistanische Christin, konnte das Land verlassen und ist in Kanada angekommen

Zweiter Weltgipfel „Religion, Frieden und Sicherheit“

Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“ der Deutschen Evangelischen Allianz konstituiert

Adventisten in Nordrhein-Westfalen bestätigen Freikirchenleitung

Erneut weltweit über 38 Millionen Bibeln verbreitet

Symposium zu Kinderrechten, Religionsmündigkeit, Religionsfreiheit

Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen tagt im Kloster Kappel

Christen vereint im Gebet für den Frieden - «30 Tage Gebet für die islamische Welt»

EKD-Friedensbeauftragter: Ökumenische Versammlung von 1989 immer noch aktuell

Inselstaat Tonga: Parade von Adventisten stoppt den Verkehr

„Gesichter der Verfolgung“: neue Serie im Hope TV

Adventistische Schule hilft Schülerinnen durch MINT-Konferenz bei beruflicher Orientierung

ADRA Kamerun unterstützt Waisenkinder in der Elfenbeinküste

USA: erste Stammzell-Transplantation in adventistischer Kinderklinik

Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen!

HINWEIS: Die Adventgemeinde Lahr bleibt am 23.November geschlossen! Gottesdienst findet in der Auberghalle (Oberschopfheim) um 10:00 Uhr statt.

News der Freikirche

Frieden ist möglich, aber nicht ohne Konflikt - Kann gewaltfreies Handeln in Syrien noch etwas bewirken?

Frieden ist möglich, aber nicht ohne Konflikt - Kann gewaltfreies Handeln in Syrien noch etwas bewirken?

Hamburg/Deutschland, 30.03.2017 / APD

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© Foto: Holger Teubert/APD

Zum Gespräch über das neue „Handbuch Friedensethik“ lud die Evangelische Akademie nach Berlin ein. Dass Friede in dieser Welt nötig ist, dürfte unumstritten sein, doch die Meinungen gehen auseinander, wie er durchgesetzt und erhalten werden kann. Dabei wird zur Lösung von Konflikten als „ultima ratio“ (letztes Mittel) auch die Anwendung von militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen. Der mennonitische Friedensethiker Fernando Enns setzt dagegen auch bei einer humanitären Katastrophe wie im Syrien-Konflikt auf ein gewaltfreies Engagement.

„Handbuch Friedensethik“Das „Handbuch Friedenethik“ wurde von Dr. Ines-Jacqueline Werkner, Friedens- und Konfliktforscherin an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg sowie Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt/Main, und Klaus Ebeling, Projektleiter am Institut für Theologie und Frieden in Hamburg (IThF) sowie Lehrbeauftragter am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Potsdam, im Springer VS Verlag herausgegeben.

Es bietet mit 979 Seiten eine systematische Übersicht zu zentralen Aspekten der Friedensethik, einen interdisziplinären Zugang zum Stand der Forschung sowie zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten. Es enthält einerseits zahlreiche Beiträge zur Ideengeschichte und zu den theoretischen Grundlagen der Friedensethik. Andererseits suchen Expertinnen und Experten aus den relevanten Fachgebieten eine realitäts- und problembewusste Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der konfliktbeladenen Gegenwart und nehmen dabei die Spannungen zwischen normativer und erklärender Theorie sowie zwischen Theorie und lebensweltlicher Erfahrung in den Blick.

Die Autorinnen und Autoren sind sich einig, dass Frieden nötig und möglich ist, jedoch geht es dabei nicht konfliktfrei zu. Bei Gewalt und Krieg ist neben Risikosensibilität und Korrekturbereitschaft eine konfliktbereite Problemlösungskompetenz gefragt, die im Verhältnis der beteiligten Personen Toleranz aus Respekt erfordert. Doch wie dies praktisch umgesetzt werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Es begann in Syrien mit friedlichen ProtestenUwe Trittmann von der Evangelischen Akademie Berlin erinnerte daran, dass in dem seit sechs Jahren stattfindenden Bürgerkrieg in Syrien etwa eine halbe Million Menschen getötet wurden und rund 11,6 Millionen Syrer auf der Flucht seien, davon 7,6 Millionen innerhalb ihres eigenen Landes. Auslöser des Konflikts seien infolge des „Arabischen Frühlings“ friedliche Proteste gegen die Regierung von Bashar al-Assad gewesen. Sicherheitskräfte seien jedoch Mitte März 2011 gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Im Sommer 2011 bildeten desertierende Soldaten die „Freie Syrische Armee“, die den Schutz von Zivilisten als Ziel angab. Die Lage entwickelte sich so zu einem Bürgerkrieg. Bei einer derartigen Eskalation riefen die einen zu harten Reaktionen auf, während andere vor dem Rückfall in die „Logik der Gewalt“ warnten, so Trittmanm.

Frieden und GerechtigkeitProfessor Dr. Friedhelm Hengsbach, Philosophisch-Theologische Hochschule Stankt Georgen in Frankfurt/Main, gab zu bedenken, dass Friedensethik mit der Gerechtigkeitsdebatte zusammenhänge, denn Gerechtigkeit schaffe Frieden. Gerechtigkeit bedeute, dass jede Person einen moralischen Anspruch darauf habe, mit der gleichen Achtung und Rücksicht behandelt zu werden wie jede andere. Das schliesse ein, dass natürliche Benachteiligungen und gesellschaftliche Diskriminierungen fortlaufend korrigiert würden.

Realpolitik auf krummeren Wegen als die EthikZum Spannungsverhältnis von Friedensethik, Friedenspolitik und Friedensforschung äusserten sich Professor Dr. Thorsten Bonacker, Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg, und Dr. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag. Nach Bonacker sei Friedenspolitik ein Kompromiss zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Wenn sich die Friedensethik jedoch nur auf Gerechtigkeit und Sicherheit konzentriere, gefährde sie den Frieden.

Die Realpolitik könne einen „krummeren Weg“ gehen als die Ethik, behauptete Röttgen. Man müsse dem Anderen nur zutrauen, dass er die Atomwaffe auch einsetze, um zu verhindern, dass sie wirklich eingesetzt werde. Das habe im „Kalten Krieg“ funktioniert, funktioniere jetzt aber nicht mehr. Heute gebe es im Bewusstsein keine atomare Bedrohung, obwohl die Waffen noch vorhanden und neue Waffen, wie im Cyberbereich, hinzugekommen seien. Doch durch den Wegfall der Vernichtungsdrohung seien Kriege, auch in Europa, wieder Realität.

Das Dilemma der RealpolitikDie Realpolitik habe das Schweigen der Waffen zum Ziel und damit das Streben nach Sicherheit. Doch Friede sei viel mehr. Es habe schon lange keinen Frieden mehr gegeben wenn der erste Schuss fällt. Und nach dem letzten Schuss gebe es nicht automatisch Frieden. Doch die Politik neige dazu möglichst lange wegzuschauen, anstatt vor dem ersten Schuss tätig zu werden und nach dem letzten Schuss dazubleiben um mitzuhelfen Frieden zu schaffen. Im Syrien-Konflikt habe die USA dem Assad-Regime mit einem militärischen Eingreifen gedroht, wenn eine „rote Linie“ überschritten werde. Als diese Linie überschritten worden sei und nichts geschah, wäre das für andere eine Einladung zum Krieg führen gewesen, kritisierte Röttgen. Hätten andererseits die USA ohne ein politisches Konzept in den Bürgerkrieg eingegriffen, wären die Folgen eventuell noch verhängnisvoller gewesen, gab er zu bedenken. So stehe die Realpolitik immer wieder vor einem Dilemma.

Gewaltfreies Engagement auch in SyrienProfessor Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ der Universität Hamburg, plädierte auch in Syrien für ein gewaltfreies Engagement. Er lehne militärische Gewalt, auch als sogenannte „ultima ratio“, ab. Stattdessen sollten sich Christen für einen aktiven Friedensdienst einsetzen, soweit es in ihrer Macht stehe. Wer militärische Gewalt als Mittel der Politik ansehe und sei es aus den besten, ethisch begründeten Motiven, und sei dies auch noch so ausdrücklich als „ultima ratio“ eingeschränkt, bleibe letztlich in den Gewaltlogiken gefangen, die unsägliche Ungerechtigkeiten in Kauf nehmen würden und neue erzeugten. Das habe weitreichende Folgen, wie die sich daraus ergebende Legitimierung zur Waffenproduktion, zum Waffenexport, bis zur Entwicklung von neuen Tötungs-Technologien. Diese „ultima ratio“-Argumentation funktioniere in der Praxis ebenso wenig wie es die „Lehre vom gerechten Krieg“ getan habe. Militärische Einsätze des Westens in den vergangenen Jahren als „Krieg gegen den Terror“ hätten keines ihrer Ziele erreicht, aber unendlich viel Leben und Vertrauen zerstört, was die Friedensbildung auf lange Zeit nahezu unmöglich gemacht habe, stellte Enns fest.

Alternativen zur GewaltanwendungFür Christen sei, so Fernando Enns, die Gewaltanwendung keine Handlungsoption. Tödliche Gewalt könne nicht als Mittel zum Zweck gerechtfertigt werden. Auch nicht zum Schutz des Lebens anderer, da so Leben gegen Leben gestellt werde und man sich anmasse zu richten, welches Leben zu schützen und welches notfalls zu zerstören sei. Christen wollten sich damit nicht ihrer Verantwortung entziehen, sondern suchten nach Möglichkeiten der zivilen Konfliktlösung. Dabei werde zwischen militärischer Gewalt und polizeilichen Zwangs- und Schutzmassnahmen unterschieden. Es gehe laut Enns darum, Menschen gewaltfrei zu schützen und Räume für eine Verständigung zwischen verfeindeten Parteien zu eröffnen. Durch gelebte Solidarität mit den Menschen vor Ort könne der Mut zu neuen Lösungswegen wachsen und dem Gegner deutlich signalisiert werden: Alles was hier geschieht, bleibt nicht unbeachtet. Dabei komme es darauf an, die Weisheit, Kultur und Mentalität sowie den Glauben der betroffenen Menschen zu respektieren und sie selbst Konfliktlösungswege entwickeln und gehen zu lassen. Das geschehe nicht kurzfristig, sondern gesellschaftliche Transformationen seien nur langfristig möglich. Dabei sollten möglichst viele Bevölkerungsteile vor Ort mit einbezogen werden, damit sie selbst für die Nachhaltigkeit eines gerechten Friedens sorgen könnten.

Die Kirche sollte sich nicht nur für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, sondern dies auch selbst praktizieren, gab Enns zu bedenken. Die Friedenskirchen beanspruchten nicht, Lösungen für alle Konflikte zu haben. Sie wüssten von ihrer eigenen Hilflosigkeit und Begrenztheit in vielen gewaltvollen Situationen. Sie setzten auf langfristige Einsätze im kleinen Format. In Syrien, Afghanistan und im Irak seien sie lange im Bildungsbereich und in der Nothilfe tätig gewesen. Sie hätten das Vertrauen bei Christen und Muslimen gehabt, bis das massive militärische Eingreifen des Westens diese Ansätze eines gerechten Friedens nahezu unmöglich gemacht hätten, bedauerte Professor Enns.

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